Schön.... erster Dezember, arschkalt... . Überall Matsch und diese scheiß kleinen Kinder die ihm schon samt Mutter seit der U-Bahn Station folgten.
Chris' knurrte und beschleunigte seine Schritte, doch als hätte die Mutter nur darauf gewartet rief sie ein hektisches 'Los wir müssen uns beeilen' und ging noch schneller.
Das Kreischen der Kinder, die begeistert durch den Matsch sprangen schwoll an und zerrte an seinen Nerven.
Verdammt, er hatte keine Lust auf die Suche nach einem Baum zu gehen, jetzt am ersten Dezember. Zur jetzigen Zeit waren die überteuert. Aber nein, seine tolle Frau Schwester meinte mitsamt der Familie dem weihnachtlichen Stress entgehen zu müssen und Weihnachten am Strand von Australien zu feiern.
Toll.
Nur das seine Neffen, die seiner Meinung nach viel zu sehr verwöhnt wurden, sich strikt geweigert hatten und unbedingt Weihnachten in Deutschland feiern wollten.
Das Ende vom Lied war: Tanja, seine Schwester, versprach, das der liebe Onkel mit seinen Lieblingsneffen (Ha von wegen) Weihnachten vorfeierte.
Und was gehörte dazu?
Ein Weihnachtsbaum.
In zwei Tagen tanzten seine lieben Verwandten an und wollten einen schönen, satten, grünen und am besten noch perfekt geschmückten Weihnachtsbaum vorfinden.
Chris schwor, wenn die ihn auch noch dazu zwingen wollten am dritten Dezember Weihnachtslieder zu singen, klaute er die Tickets und fuhr alleine nach Australien, lies Schwester mit nervigen Neffen und noch nervigerem Schwager in seiner drei Zimmer Wohnung zurück.
"AHHH beeilt euch DER BUUUSS!!!!", schrie auf einmal hinter ihm jemand in höllischer Lautstärke und holte ihn so aus seinen trübseligen Gedanken.
Als er auch noch von herumfliegenden Einkaufstüten und Kinderellbogen zur Seite geschleudert wurde, reichte es ihm endgültig:
"SIE BLÖDE KUH ....KÖNNEN SIE NICHT AUFPASSEN ODER HABEN SIE TOMATEN AUF DEN AUGEN?? UND IHRE BLÖDEN KINDER SOLLEN VERDAMMT NOCH MAL AUFHÖREN HIER DURCH DEN MATSCH ZU SPRINGEN; MEINE HOSE IST KEINE VERDAMMTE SCHMUTZAUFFANGHOSE!!!!"
Es herrschte Stille.
Verblüfft war die Frau stehen geblieben und ihre Kindern klammerten sich ängstlich an ihr Bein.
Schnaufend und mit hochrotem Gesicht stand Chris in einer Pfütze.
Die Frau öffnete und schloß den Mund wieder, runzelte die Stirn.
Tief atmete Chris ein, zählte bis zehn und strich sich durch sein braunes Haar.
"Ihr Bus," sagte er dann nur noch zu der immer noch verblüfften Frau und hastete an ihr vorbei.
Schön, seine Hose war nass, seine Stimmung auf dem Tiefpunkt, seine nervige Familie hatte sich angekündigt und er hatte soeben die halbe Fußgängerzone zusammen geschrien, ha und einen blöden Baum sollte er auch noch kaufen.
Eine Leichtigkeit.
Wütend schlang er seinen Trenchcoat enger um den Körper. Etwas außerhalb des Einkaufszentrums hatte ein Weihnachtsbaumverkäufer schon seine Bäume aufgebaut. Seit Jahren kaufte er dort, bei dem sympathischen alten Bauern seinen Baum. Normalerweise einen kleinen, den er auf seinen Tisch stellte, mit ein bisschen Lametta und Strohsternen behängte und vor sich hinnadeln lies. Aber jetzt musste ja ein Großer her.
Und wann war sein Wagen in der Reperatur??? Jaaa, genau an dem Tag an dem er einen Tannenbaum kaufen wollte.
Vielleicht sollte er ihn einfach morgen kaufen, wenn er sich das Auto von seinem Nachbarn leihen konnte. Wäre logischer, aber jetzt war er schon unterwegs, geladen und daheim würde er eh nur vor lauter Wut in der Wohnung hin und her laufen.
Die Einkaufspassagen hinter sich lassend, kam schon bald der leerstehende Parkplatz in Sicht, der mit Gittern umzäunt war.
Zahlreiche Bäume standen daran gelehnt, eine selbst beschriebene Tafel wies auf "Bogners Weihnachtsbäume' hin.
Na dann konnte es ja los gehen.... Chris atmete noch einmal tief ein und aus und betrat dann den umzäunten Bereich.
Das Erste was ihm auffiel war, das die Bäume in Gegensatz zu den letzten Jahren, schön in Reih und Glied aufgestellt waren. Beim alten Bogner, kam man sich wie in einem Wald vor, so kreuz und quer hatte er die zukünftigen Weihnachtsbäume hingestellt. Es war ein Abenteuer, den richtigen Baum zu suchen, dann den alten Bogner zu finden und zum Schluss wieder den Ausgang zu erreichen. Aber jetzt hatte man alles im Blick.
Chris runzelte die Stirn. Gefiel ihm irgendwie nicht, er hatte es gemocht, durch die Bäume zu streifen und sich seinen Baum auszusuchen. Naja... jetzt suchte er ja auch keinen Kleinen sympathischen, sondern einen Großen protzigen.
Ohne richtige Lust fing er an die einzelnen Bäume zu begutachten. Doch irgendwie fand er an jedem irgendetwas auszusetzen. Mal war er zu groß, zu buschig, zu kahl, die Spitze zu lang, asymetrisch oder er fand ihn einfach nicht sympathisch.
Zunehmend frustrierter schlenderte er durch die Baumreihen und versuchte sich wenigstens für einen Baum zu erwärmen.
Ein warmes Lachen holte ihn aus seinen Betrachtungen. Anscheinend kam er der Kasse näher. Neugierig wer sich dort so zu amüsieren schien und weil er wissen wollte wo der alte Bogner abgeblieben war schielte er um die Ecke.
Sein Kiefer raste wortwörtlich zu Boden.
Dort stand ein Traum von einem Mann.
Marke: breite Schulter, schmale Hüfte.
Jetzt wusste er auch wer so herrlich gelacht hatte. Der junge Mann, an dem Tresen erinnerte an den Typ Almöhi, aber ein verdammt gutaussehender. Seine großgewachsene Gestalt war in praktische Arbeiterklamotten gepackt und er strahlte so eine Erotik aus, das Chris meinte die Pheromone geradezu einatmen zu können.
Animalische Erotik und das schien diesem Mannsbild nicht einmal bewusst zu sein, sonst hätte er schon längst das Weite gesucht, so wie die Frau mit der er sich gerade unterhielt ihn ansah. Unter diesen Blicken waren die Kleider des schwarzhaarigen Gottes schon längst zerschmolzen.
Als er bemerkte wie er gaffte, trat er schnell zurück und versteckte sich mit hochrotem Gesicht hinter einem Baum.
Etwas fahrig fuhr er sich durch sein Haar, er strich sich die Jacke glatt und fragte sich im nächsten Moment was er da eigentlich tat. Schließlich war er ja nicht hier, um jemanden anzumachen und so wie der Kerl mit der Frau geflirtet hatte war der ganz sicher hetero.
Gut, er würde jetzt den nächstbesten Baum nehmen, zur Kasse gehen, zahlen und ihn nach Hause schleppen.
Wäre das also geklärt.. .
"Kann ich Ihnen helfen," ertönte auf einmal diese Stimme, welche zum niederknien war, hinter ihm und mit einem ziemlich, wie er fand, unmännlichem Quieken wirbelte er herum.
"Oh Gott, haben Sie mich erschreckt," murmelte er mit heftig klopfendem Herzen.
Scheiße, der Kerl sah aus der Nähe noch besser aus als aus der Ferne.
Ein männlich, markantes Gesicht mit kleinen Grübchen in den Wangen, strahlend weiße Zähne, die Chris jetzt sehen konnte weil der Mann ihn anlächelte.
Helle grüne Augen, die im deutlichen Kontrast zu den schwarzen Haaren standen. Da konnte er mit seinen braunen Augen und braunen Haaren einpacken.
"Tut mir Leid, ich wollte Sie wirklich nicht erschrecken," erklang diese Stimme wieder, die runter ging wie Schokolade.
Chris fühlte sich auf einmal wie in Watte gepackt und die Stimme, die ihm ziemlich höhnisch zuflüsterte das er sich wie der letzte Depp benahm ignorierte er, er war nämlich darin vertieft diesen Mann anzuhimmeln.
"Ich suche einen Baum," schaffte er es dann endlich zu sagen. Die Stimme in seinem Kopf dröhnte ein 'Was willst du wohl sonst hier' doch mit einer gedanklichen Kopfnuss brachte er sie zum schweigen.
"Soll er eher klein sein oder groß?"
"Groß," erwiderte Chris und war begeistert von dem Interesse dieses Mannes, auch wenn er wahrscheinlich nur einen Baum verkaufen wollte.
"Eher buschig oder schmal?", fragte dieser weiter und schien irgendwie über Chris amüsiert.
"Naja," überlegend kratzte er sich am Kopf, "normalerweise kaufe ich immer einen Kleinen für meinen Tisch, aber jetzt wollen meine Verwandten vorbei kommen und da brauche ich einen Großen, buschig oder schmal ist eigentlich egal."
Der junge Mann lächelte weiter und hörte aufmerksam zu.
"Dann kommen Sie mal mit, hier hinten haben wir Bäume, die wir erst gestern geschlagen haben."
Folgsam wie ein Hund schlenderte Chris diesem Traummann hinter her und konnte sich einen Blick auf dessen Kehrseite einfach nicht verkneifen.
Unwillkürlich lief er rot an und stapfte lieber mit gesenktem Kopf weiter. Normalerweise war er gar nicht so, das er sich auf den ersten Blick in jemanden verliebte, schon gar nicht in Äußerlichkeiten, aber dieser Kerl war einfach nur himmlisch.
Da dieser wahrscheinlich sowieso hetero war, war ein bisschen schwärmen ja okay.
Nach einigen Augenblicken blieb der junge Mann stehen und begann Chris etwas über die Bäume zu erzählen, von dem Chris nicht viel mit bekam, weil er immer noch damit beschäftigt war ihn anzuhimmeln.
Zum Schluss nickte er einfach, als ihm ein Baum vorgeschlagen wurde.
Welchen Preis er hatte fragte er gar nicht.
Erst als der junge Mann, die Tanne schon in ein weißes Netz gehüllt hatte viel Chris wieder ein, das er ja kein Auto hatte.
"Oh."
Neugierig sah der junge Mann auf und fragte was denn los sei.
Etwas verlegen druckste Chris herum.
"Ich.. naja, ich hab zurzeit kein Auto. Könnten sie den Baum für mich vielleicht hinterlegen und ich hol´ ihn morgen ab?"
Fast wäre er aus dem Konzept gebracht worden als dieser Gott in Arbeitskleidung beim Zuhören den Kopf schief gelegt hatte und aussah wie ein treuer Hund.
"Ich könnte den Baum zu Ihnen nach Hause fahren, wenn Sie nichts dagegen haben. Ich habe meinen Pick-up gleich dahinten geparkt und ein Baum passt locker auf die Ladefläche."
Als Chris begeistert zustimmte hatte er eigentlich nur die Worte: 'Ich', 'zu Ihnen', 'nach Hause'.. verstanden.
"Haben Sie hier nicht zu tun?", fragte er dann doch etwas misstrauisch.
"Keine Sorge, jeden Moment kommt mein Cousin und übernimmt für mich," winkte er ab und schon im gleichen Moment kam ein Auto um die Ecke geschossen. Ein Mann, der dem Gott der vor Chris stand ziemlich ähnlich sah, sprang heraus und Chris fragte sich ob man ihn heute mit perfekt und erotischen Männern erschlagen wollte. Denn der junge Mann der jetzt grinsend auf sie zu kam und den Baumverkäufer herzlich umarmte stand diesem in Attraktivität in nichts nach.
Chris kam sich klein, hässlich und unbedeutend vor und das war ihm, seit er 18 war nicht mehr passiert.
Etwas peinlich berührt, weil er die verwandtschaftliche Begrüßung nicht stören wollte trollte er sich zu seinem Baum und berühte die Zweige.
"Ich mag dich nicht.. du bist nur bei mir, weil meine Schwester das so wollte," murmelte er mit gerunzelter Stirn.
"Lass dir ja nicht einfallen zu sehr zu nadeln."
"Reden sie mit dem Baum?"
Ärgerlich registrierte Chris sein rotwerden.
"Ich habe mit dem Baum nur was geklärt," verteidigte er sich peinlich berührt und sah zu Boden.
Der Cousin des Baumverkäufers sah ihn grinsend an und demonstrativ wandte Chris sich ab. Er hatte jetzt nicht vor zur allgemeinen Erheiterung beizutragen.
"Okay, dann ist alles so weit klar. Packen Sie doch bitte die Spitze dann fällt das tragen leichter."
Glücklich dieser etwas peinlichen Situation entkommen zu sein, packte Chris zu und gemeinsam hievten sie den Baum zu dem roten Kleinlaster.
"Es macht Ihnen wirklich keine Umstände?", fragte er dann noch mal nach, als sie am Einsteigen waren.
"Kein Problem, ich hab ja jetzt sowieso frei und bevor sie morgen mit einem geschlossenen Auto kommen und das vollgenadelt wird ist mein Laster doch sowieso am Besten." Mit dieser Erklärung und einem Lächeln das Chris weiche Knie bescherte, startete der junge Mann den Motor und fuhr langsam los.
Etwas betreten hatte Chris die Hände im Schoß verschränkt und sah immer wieder zur Seite den jungen Mann an, der leicht lächelnd das Auto sicher durch die Innenstadt manövrierte.
Chris lotste ihn mit wenigen Worten in die richtige Richtung.
Mann... er saß in einem Auto, mit einem Mann der ihm schon mit seiner Stimme Schauer über den Rücken jagen lies.
"Ich heiße übrigens Jan," meinte dieser auf einmal unvermittelt und lächelte ihn freundlich an.
"Wir können uns ruhig duzen oder?"
"Ja, mein Name ist Chris.. nur Chris, keine Abkürzung von Christian oder Christoph," erklärte er. Zu oft wurde diese Frage schon gestellt, deswegen hatte er sich angewöhnt, die Erklärung immer gleich zu liefern.
"Bist du der Enkel von Herrn Bogner?"
"Jap... auf unserem Hof gibt es zurzeit sehr viel zu tun und Opas Rücken will nicht mehr so mitmachen, deswegen wechseln ich und mein Cousin Mark uns beim Baumverkauf ab," erzählte Jan drauf los und Chris fühlte sich wie einen guten Freund behandelt, "Es haben uns schon viele drauf angesprochen, weil Opa die Bäume immer irgendwie auf den Platz gestellt hat.. bei uns ist da mehr Struktur drin."
Jan lachte und davon angesteckt lächelte Chris auch.
"Opa würde wahrscheinlich der Schlag treffen," verschwörerisch senkte Jan die Stimme und sagte mit einem Zwinkern, " wir haben sogar die Kasse woanders hingestellt als er es immer getan hat... aber verrat uns nicht."
"Keine Sorge, ich kann schweigen wie ein Grab."
Belustigt legte sich Chris zwei Finger auf die Brust.
Scheinbar zufrieden nickte Jan noch einmal und konzentrierte sich wieder auf die Straße.
Jan war wirklich nett und lustig, was noch schlimmer war, denn jetzt konnte sich Chris nicht einreden so ein gutaussehnder Kerl wäre ein Arschloch.
"Da hinten wohne ich, du kannst direkt davor parken," informierte er nach einer schweigenden Viertelstunde und Jan lenkte das Auto gehorsam in die Parklücke.
"Welche Etage?"
"Dritte.... wir haben zwar einen Aufzug, aber entweder er ist kaputt oder er ist wahrscheinlich zu klein für den Baum." Chris verdrehte die Augen und freute sich wie ein Flitzebogen, als er Jan mit diesem ironischen Satz zum Lachen brachte.
"Na dann," geschäftig klatschte Jan in die Hände, " los geht´s, packen wir´s an."
Nach diesen Worten kletterte er auf seinen Pick- up und hob den Baum an. Vorsichtig und unter der sachkundigen Anleitung von Jan schafften sie ihn vom Wagen.
Die Treppen gestalteten sich als nicht allzu schwierig nur bei den Kurven mussten sie ihr ganzes logistisches Können anwenden.
Schon etwas rot im Gesicht und unter seiner Jacke schwitzend, keuchte Chris erleichtert auf als seine Tür in Sicht kam.
Mit einem Blick nach hinten registrierte er neidisch, das Jan nicht im geringsten ausgelaugt war.
"Hier ist es," teilte er Jan mit und bat ihn den Baum kurz alleine zu halten.
Eilig kramte er den Schlüssel aus seiner Jackentasche und sperrte auf.
In Gedanken ging er blitzschnell durch ob die Wohnung auch aufgeräumt war, doch eigentlich dürfte nur sein Schlafzimmer etwas unordentlich aussehen und wenn er Jan da drin wiederfand, dann wäre heute sein Glückstag.
Zusammen hievten sie den Baum in seine Wohnung, wohlweislich hatte er schon den Ständer bereitstehen und so konnte ihn Jan, der davon schließlich was verstand, befestigen.
Nach einigen Koordinationsschwierigkeiten, der Baum hatte irgenwie einen Linksdrall, stand er dann doch kerzengerade in seinem kleinen Wohnzimmer.
Stolz betrachtete er ihr Werk und grinste Jan breit an.
"Sieht super aus," bestimmte er fröhlich.
Jan nickte zustimmend und eine etwas peinliche Stimmung entstand.
"Ähm.. willst du was trinken?", schlug Chris vor.
"Gerne.... ein Glas Wasser wäre nett."
Erleichtert irgendwas zu tun zu bekommen rauschte Chris ab in seine Küche und rief noch, "Mach es dir auf dem Sofa bequem."
Schnell schenkte er sich und Jan Sprudelwasser in Gläser ein und kam zurück.
"Bitte." Jan bedankte sich artig und trank große Schlucke, Chris grinste in sein hinein, war er also doch ein bisschen ausgepowert.
Wie Jan wohl seine Wohnung fand? Es hatte keine bestimmte Stilrichtung, sie war sogar ziemlich zusammen gewürfelt, aus allen Möbeln die er mal gesehen und auf anhieb gemocht hatte. Eine weiße Ledercouch, ein Korbsessel und einen rustikalen Eichentisch, der Fernseher stand auf einem hellen Holztischchen. In der Küche hatte er einen Laminatboden, dafür im Wohnzimmer Teppich. Er konnte sich einfach für keine klare Linie entscheiden.
Ein Wunder das seine Schwester überhaupt hier feiern wollte, so chaotisch wie sie es hier fand.
Stimmt ja... seine Schwester.
Fast hätte er es verdrängt, aber der Gedanke an sie und ihre Familie hier in diesen Räumen behagte ihm immer noch nicht.
Und doch hatte er jetzt hier einen großen Baum stehen.. sein Blick fiel wieder auf Jan, der sich entspannt in der Couch zurückgelehnt hatte und den Raum musterte.
Apropo... schnell stellte er selbst sein Glas ab und kramte in seiner Jacke, die er immer noch anhatte nach seinem Geldbeutel.
"Wie viel kriegst du?", fragte er.
"Wie, wie viel?", etwas irritiert sah Jan ihn an und runzelte dann verärgert die Stirn, "für das herbringen brauchst du mir doch nichts zahlen, das hab ich schließlich angeboten."
Irgendwie kam es Chris jetzt vor, Jan ernstlich verärgert zu haben. Hatte er was Falsches gesagt?
"Aber.. ich mein, du hast sicher eigentlich was anderes vorgehabt und.... das Benzin," stotterte er etwas unsicher.
"Ich nehm auf keinen Fall Geld für diesen Gefallen." Nun schien Jan wirklich wütend und stand abrupt auf.
"Ich geh dann besser," mit diesen Worten schob er sich an dem verdatterten Chris vorbei zur Tür.
Was?? Was war denn jetzt kaputt?
Schnell drehte Chris sich um und ging Jan hinterher.
"Ich wollte dich wirklich nicht verärgern..... Das war echt nett von dir und ich danke dir, ich hab nur gedacht..." Hilflos brach er ab. Er wollte nicht das Jan jetzt ging.
Der lies die, schon in der Hand gehaltene Türklinke los und sah ihn prüfend an.
"Okay," grinste er dann wieder breit.
"Wenn du dich jedoch revanchieren möchtest, hätte ich da einen Vorschlag."
Für genau 1,236 Sekunden blitzte durch Chris Gedanken nur DIESE EINE IDEE!! Und er lief prompt rot an.
Schnell täuschte er ein Husten vor um sich wieder in den Griff zu kriegen.
Jan würde sicherlich nicht DAS als Gegenleistung vorschlagen. Auch wenn sich mal wieder diese kleine Stimme meldete und eifrig 'Doch bitte' schrie.
"Was denn?", krächzte er dann doch endlich und hoffte nicht mehr allzu rote Backen zu haben.
"Wenn du Lust hast könntest du mir helfen. Ich müsste heute noch ein paar Bäume schlagen, das auf- und abladen ist immer etwas schwierig, da könnte ich helfende Hände gebrauchen.. also, wenn du Lust hast?"
Wie konnte man diesen Welpenaugen eigentlich etwas abschlagen?
Ohne groß darüber nachzudenken nickte Chris nur und ein Kribbeln fuhr ihm durch den Körper als Jan anfing zu strahlen.
"Das ist super.. wirklich, hast du Handschuhe? Also ich mein´ Arbeitshandschuhe?"
Jetzt schien Jan ziemlich euphorisch und begeistert zu sein.
"Ähm, nein." Arbeitshandschuhe gehörten nun wirklich nicht zu seiner Grundausstattung.
"Ist ja eigentlich egal, ich habe bestimmt ein Paar noch im Handschuhfach. Los, komm mit." sagte Jan und öffnete die Tür.
Er packte ihn enthusiastisch am Ärmel und zog ihn mit raus.
Chris konnte gerade noch seine Wohnung abschließen, da wurde er auch schon die Treppen hinunter gezerrt.
In der Zwischenzeit war es noch ein paar Grade kälter geworden und schnell sprangen sie in den Wagen.
Jan drehte die Heizung auf und los ging´s.
"Wir haben einen kleinen privaten Wald," fing er an zu erzählen, " schon seit ewigen Zeiten. Er ist Opas ganzer Stolz und meine Mutter muss ihre ganzen Geschütze auffahren um ihn davon abzuhalten in den Wald zu fahren und nach dem Rechten zu sehen."
Amüsiert schüttelte Jan den Kopf.
Jans Familie war sicher groß, schoss es Chris durch den Kopf. Eine Familie, in der bestimmt alle zusammen hielten. Etwas sehnsüchtig hörte er Jan zu.
Das hatte er nie gehabt, seine Schwester und er waren Kinder von zwei renommierten Ärzten, die Eltern waren nie zuhause, ein Kindermädchen nach dem anderen. Von Nähe oder Verständnis war nie viel zu spüren.
Seine Schwester war diesem Beispiel gefolgt und hatte auch ihre Praxis, nur er war diesem Beispiel nicht gefolgt und so war sein Verhältnis zu seinen Eltern nicht gerade das Beste.
"Hast du noch Geschwister?"
"Jap.. zwei große Schwestern und noch zwei kleine Brüder.. die ganzen Cousins und Cousinen nicht zu vergessen," antwortete Jan , "hast du Geschwister?"
"Eine kleine Schwester und wegen der brauchte ich dieses Jahr einen großen Baum. Sie will mich übermorgen mitsamt Familie überfallen, weil sie Weihnachten in Australien feiern wollen."
"Australien?", verblüfft sah Jan ihn an. Chris rollte nur mit den Augen. "Ja, sie ist Ärztin, mit einem Zahnarzt verheiratet und so können sie sich das leisten." Er zuckte mit den Schultern. "Für mich wäre das nichts.... Weihnachten ohne Schnee oder.... Kälte.. das wäre einfach nichts für mich."
"Stimmt, ich könnte mir auch nicht vorstellen in der Sonne Weihnachten zu feiern oder am Strand, da würde nie die richtige Stimmung aufkommen."
Chris freute sich diebisch, das Jan die gleiche Meinung hatte wie er und zufrieden mümmelte er sich in den Sitz, das langsam immer wärmer werdende Auto genießend.
Jan schaltete dann auch noch das Radio ein und leise Musik ertönte.
Eine angenehme Ruhe lag über ihnen, dazu das ruhige Fahren von Jan... Chris fühlte sich rundum zufrieden.
Sie liesen langsam die Stadt hinter sich, die Häuser wurden weniger, bis sie eine Landstraße entlangfuhren und links und rechts die Äcker auftauchten. Schließlich kam der Wald in Sicht und Jan bog irgendwann rechts auf einen holprigen Waldweg ab.
Eine frei geschlagene Lichtung kam in Sicht, auf der ein Traktor und eine kleiner Holzverschlag standen.
"Hier wären wir," meinte Jan und schaltete den Motor aus, "schau im Handschuhfach nach, da müssten noch ein Paar Handschuhe liegen."
Chris tat wie ihm befohlen undn kramte in dem Fach nach den besagten Handschuhen, er packte Papier, Verpackungen und anderes Gerümpel zu Seite und hielt dann ein Paar in der Hand.
"Hab sie."
"Gut, dann anziehen und ab an die Arbeit," befahl Jan in einem lachendem Ton. Nach wenigen Schritten waren sie an einem eigenzäunten Bereich angelangt in dem schön in Reih und Glied die Bäume standen. Vorne Große und nach hinten verkleinerten sich die Bäume bis sie nur noch kleine, 10 Zentimeter große Möchtgerntannen waren.
"Okay, ich erklär dir das ganze jetzt mal," wie aus dem Nichts hatte Jan auf einmal eine Säge und eine Axt herbei gezaubert, "Wir machen das alles per Handarbeit, das heißt, ich hacke die Bäume bis sie von selbst umfallen und du sägst sie dann ganz von ihrem Stumpf ab.. alles klar?"
"Klar," meinte Chris und besah sich die Handsäge. Sowas hatte er zum letzten Mal im Technikunterricht in der Schule in der Hand gehabt.
"Ich bin sozusagen der Meister des Sägens."
"Hab ich mir fast gedacht," scherzte Jan zurück und zwinkerte ihm zu.
Chris wurde ganz schwach.
Doch ohne ein weiteres Wort schwang Jan seine Axt und begann, gebückt auf den ersten Baum einzuhacken.
Zuerst waren seine Schläge ungleichmäßig, wie ein Pferd das vom Traben auf einmal in den Galopp wechseln sollte. Doch nach einigen Schlägen hatte Jan einen Rhythmus gefunden und im gleichen Takt hallten seine Schläge in dem kleinen Wälchen nach.
Chris sah ihm fasziniert zu, wie er mit hochkonzentriertem Gesichtsausdruck auf den Baum einhieb und ihn so Stück um Stück ins Wanken brachte.
Dann trat er zurück und gab den Baum einen Stoß. Mit einem Krachen schlug er auf dem Boden auf.
Jan grinste zufrieden, und winkte Chris zu sich.
Der staunte, "Das ging ja schnell."
"Tja, wenn man das schon sein halbes Leben lang macht, weiß man wie stark man zuschlagen muss um tief genug zu kommen." Jan klang richtig Stolz und mit einigen Handgriffen zeigte er Chris wie er den Baum noch absägen musste.
Der fühlte sich etwas unbehaglich unter dem forschenden Blick des Schwarzhaarigen und begann etwas zaghaft zu sägen. Prompt rutschte er auch ab.
"Hey... immer mit der Ruhe," meinte Jan leise und trat hinter ihn. Chris schluckte als er ihn plötzlich so nah an sich fühlte. Sein Herz begann zu rasen, als Jan auch noch seine Hand auf Chris´ legte und einen gleichmäßigen Rhythmus einschlug.
"Du darfst nicht nur mit der Hand sägen du musst mit dem ganzen Körper vor und zurück, vor und zurück." Sanft führte er ihn und Chris zwang sich zur Konzentration. Er wollte Jan schließlich helfen und kein Hinderniss sein, nur weil er seine Hormone nicht unter Kontrolle hatte.
Mit zusammen gekniffenen Augen fokussierte er seinen Blick auf die Sägespitze. Er merkte schon gar nicht mehr wie Jan ihn loslies, ihm einen zufriedenen Blick zuwarf und dann begann den nächsten Baum zu fällen.
So verging die Zeit.
Chris wusste schon gar nicht mehr den wievielten Baum er absägte. Er war irgendwie wie in Trance. Er sägte - vor und zurück bis sich der Baum vom Stumpf löste, dann richtete er sich auf, streckte sich kurz und los ging´s mit dem nächsten Baum.
Zuerst hatte er noch das Gefühl alles ging ihm leicht von der Hand, das gleichmäßige Sägen war nicht anstrengend, doch auf einmal tat ihm alles zugleich weh.
Seine Hände begannen zu brennen, seine Nase und Wangen fühlten sich zerfroren an und seine Beine waren, dem Gefühl nach zu urteilen, ein einziger blauer Fleck. Sein Rücken brachte ihn um und sein Nacken begann steif zu werden.
Mit klammen Fingern lies er die Säge los und sah hinüber zu Jan.
Er wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, aber die Bäume zeugten von ein paar Stunden.
"Jan?", rief er hinüber und der lies sofort von dem Baum ab.
"Was gibts?"
"Könnten wir eine Pause machen?"
"Klar," ohne zu zögern legte er die Axt beiseite.
Mal wieder stellte Chris fest, das die harte Arbeit Jan anscheinend nicht im geringsten erschöpfte. Er selbst stapfte keuchend und erschöpft neben Jan zum Pick-up.
"Das haben wir uns verdient," mit diesen Worten zog Jan, als sie im Auto saßen, einen Korb unter dem Sitz hervor.
Eine Thermoskanne, Süßigkeiten, Brötchen und Obst kamen zum Vorschein.
"Ich hatte nicht eingeplant, das du mit kommst, deshalb hab ich nur eine Tasse dabei."
"Kein Problem," beeilte sich Chris zu sagen und starrte sehnsüchtig das Essen an. Sein Magen begann wie auf Befehl zu knurren, errötend senkte er den Kopf.
Jan lachte nur rauh auf und drückte ihm ein Brötchen in die Hand.
"Los iss.. ich hab genügend eingepackt."
Das lies Chris sich nicht zweimal sagen, er biss ein großes Stück von der Semmel ab und begann genüßlich zu kauen.
" Smeckt mut, "nuschelte er zwischen zwei Bissen.
"Jep, ein Jan-Special-Brötchen."
Ein kräuterartiger Duft schwebte zu ihm herüber als Jan die Thermoskanne öffnete.
"Kräutertee, schmeckt super mit selbst gemachtem Honig," informierte Jan auf den fragenden Blick von Chris und hielt ihm die Tasse entgegen.
"Los probier!"
Zögernd griff Chris nach der Tasse und ein Kribbeln erfasste seine Fingerspitzen als er die von Jan berührte.
Schnell zog er die Tasse zu sich und versteckte sein errötendes Gesicht hinter der Tasse.
Mann, er führte sich auf wie ein verliebter Teenager.
Vorsichtig pustete er über das dampfende Getränk und nahm einen kleinen Schluck. Sofort schien sich sein Körper von Innen zu erwärmen.
"Der schmeckt gut." Fast wie Glühwein, nur ohne den Alkohol befand er, und nahm noch einen Schluck.
"Tja.. wieder so eine Jan-Special-Mischung, sei froh dass du in so einen Genuss kommst," scherzte Jan.
Eifrig nickte Chris und bedankte sich noch einmal.
Gerade wollte er die Tasse wieder zurückgeben, da beugte sich Jan zu ihm herüber.
"Du hast da was," wisperte er und Chris erstarrte unter dem intensiven Blick.
Er atmete so flach wie möglich, als Jan auf einmal seine Hand hob und auf seine Wange legte.
Die Zeit schien still zu stehen und Chris konnte nur diese grünen Augen anstarren. Doch so schnell wie es passierte, so schnell lehnte sich Jan wieder zurück und wirkte zufrieden.
"Du hattest ein Stück Brötchen an der Wange."
"Oh." Verwirrt fasste Chris sich selber an die Wange, "dankeschön."
ACH DU SCHEIßE!!!!!!
Er wollte hier raus. Das Auto wurde in seiner Wahrnehmung irgendwie kleiner und Jan war näher. Er hatte Jans Atem auf sich spüren können und die Hände, ein wenig kalt und rauh von der Arbeit, aber angenehm.
Er konnte es nicht mehr verleugnen: Er hatte sich auf den ersten Blick verliebt!!
Das passierte ihm doch sonst nicht. Vor allem nicht in so einen hetero Schönling, der aber leider supernett war.
Was sollte er jetzt tun?
Tief in Gedanken versunken biss er immer wieder von seinem Brötchen ab. Okay, wahrscheinlich war das alles sowieso nur Schwärmerei, nach diesem Tag würde er Jan nie mehr wieder sehen und um den Tannenverkauf ab jetzt einen großen Bogen machen.
"Ich denke die Bäume, die wir bis jetzt haben, reichen, es wird auch schon langsam dunkel," riss ihn Jan aus seinen Gedanken.
"Ja," antwortete er. Gut, der Tag war langsam aber sicher rum. Sie packten ihr Essen wieder zurück in den Korb und stiegen aus.
Es kühlte langsam ab und fröstelnd knöpfte Chris seine Jacke noch enger zu.
Zuerst schleppten sie die Tannen zu dem Pick-up, dann hievten sie sie mit vereinten Kräften auf die Ladefläche hinauf.
Das war fast noch anstrengender als das Sägen. Chris war außer Atem und sein Gesicht bestimmt puterrot, doch als sie die letzte Tanne aufluden und Jan sie befestigte, war er zwar ziemlich geschafft doch er fühlte sich so gut wie lange nicht mehr.
"Yeah... fertig," rief er deshalb in den Wald hinein und streckte triumphierend die Faust in den Himmel.
Vom Pick- up kam nur ein amüsiertes Lachen. Jan sah grinsend zu ihm hinab und sprang dann geübt vom Pick-up herunter.
"Wir haben sogar mehr geschafft als ich dachte," meinte er anerkennend und sah Chris stolz an. Der wuchs unter diesem Lob fast um zehn Zentimeter.
"Hab ich doch gern gemacht," winkte er etwas verlegen ab und scharrte mit seinem Fuß im Waldboden.
"Gut, dann laden wir sie gleich bei unserem Bauernhof ab und ich fahr dich dann heim."
Und schon waren sie wieder auf dem Heimweg. Der Wagen war schnell wieder gemütlich geheizt und die Musik dudelte langsam und leise vor sich hin.
Schön, er hatte überall Schmerzen und es juckte auch an jedem Körperteil, aber so fertig und glücklich hatte er sich lange nicht mehr gefühlt. Es war ein tolles Gefühl körperlich zu arbeiten und zu sehen was man alles geschafft hatte.
"Hast du eigentlich eine Freundin?", fragte Jan auf einmal ohne jeden Zusammenhang und Chris sah ihn verwirrt an.
"Nein... wieso?"
"Nur so," antwortete Jan einsilbig und starrte irgendwie nachdenkend auf die Straße.
Whaaa warum wollte der Kerl das jetzt wissen?
Doch bevor er weiter in diese Richtung nachdenken konnte, bog Jan auf einmal in eine Anhaltebucht ein.
Ach du scheiße, schoß es Chris auf einmal durch den Kopf als Jan den Motor abstellte... er war an einen Triebtäter geraten.. Jan würde jetzt sicher ein Messer hervorziehen und ihn niederstechen.
Warum bremste er? Warum standen sie jetzt abseits der Straße...... wenn es dunkel war?
Oh Gott, oh Gott, oh Gott!
"Also," fing Jan auf einmal an zu sprechen und fixierte ihn mit seinen Augen, runzelte dann aber irritiert die Stirn. "Was schaust du so verängstigt?"
Verängstigt?? Sah man ihm die Panik etwa an?
Chris konnte nur den Kopf schütteln. Pff, er war doch nicht verängstigt.
"Tut mir Leid," murmelte Jan dann.
Was tat ihm leid? Das er ihn gleich niederstach?
"Das muss ich jetzt tun!"
Whaha, er wollte noch nicht sterben.
Er erwartete das Jan sich nur deshalb zu ihm rüberbeugte um ihn besser zu erwischen, doch bevor er einen Schrei loslassen konnte wurden seine Lippen durch etwa Warmes und Weiches verschlossen.
Also wenn so sterben aussah, dann nur her damit.
Doch kaum konnte er realisieren das er von Jan geküsst wurde, da entzog sich dieser ihm auch wieder.
"Phuu, das wollte ich schon den ganzen Tag tun," murmelte er und lehnte seine Stirn gegen Chris Schulter.
"Ich war vom ersten Moment an hin und weg, als du durch den Eingang gekommen bist, mit diesem schmollendem, ich bin sauer auf die ganze Welt, Gesichtsausdruck und als du dann mit dem Baum geredet hast, wars um mich einfach geschehen."
"Woher... woher hast du gewusst das ich..."
"Das du schwul bist?" Mit einem schelmischen Grinsen hob Jan wieder seinen Kopf und kam ganz nah.
"Du hast eine Ausgabe des Playgirls auf deiner Wohnzimmercouch liegen und als du Wasser holen gegangen bist hab ich ein paar einschlägige Romane in deinem Regal entdeckt."
"Oh."
Chris lief puterrot an. Er war ja so blöd. Als würde Jan jetzt mit einem Messer auf ihn losgehen.
Mit einem liebevollem Gesichtsausdruck strich ihm Jan über die Wange. "Sorry das ich dich so überrumpelt habe, aber fast hätte ich dich schon im Wald überfallen, als du so verschwitzt dagestanden hast. Ich hab noch nie gesehen wie jemand so sexy einen Baum gesägt hat."
Chris konnte nicht anders, er musste einfach loslachen.
Er war wirklich blöd.
"Ich bin von dir auch hin und weg," meinte er unter Lachen und gab Jan einen atemlosen Kuss.
"Das find ich gut," murmelte Jan an Chris´ Lippen.
Chris dachte an den Baum in seiner Wohnung und das seine Schwester mit Familie in zwei Tagen kommen wollte und irgendwie sah das ganze unter den neuen Gesichtspunken, wie Jans Lippen an seinen, nicht mehr ganz so schlimm aus.