Zur Erklärung:
Es sind drei jahre vergangen, Leon und Keith sind nun 19 und haben sich durch Zufall in den Staaten wieder getroffen, als sie Verwandte im dortigen Hexenzirkel besuchten. Leider kann ich die Wiedersehensszenen nicht posten, da das dazugehörige RPG nicht mehr existiert und ich die Texte nicht mehr habe.
Leon saß auf der Couch in Keith Wohnung, die sie, seit sie sich wiedergefunden hatten, gemeinsam beherbergte und hatte die Augen geschlossen.
Das, was am Vorabend als Halloweenfest angefangen hatte, war ein einziges Chaos gewesen.
Ivan, Zirkelleiter und Alan, ein Mitglied des Zirkel, besaßen wiedergeborene Seelen zweier Männer aus dem alten Ägypten.....die damals Geliebte und gleichzeitig Feinde gewesen waren. Ivans alter Ego Ani war Pharao gewesen und Bilit sein Halbbruder, der ihm den Thron neidete. Bevor es zum Eklat kommen konnte, hatte der Hohepriester, der Anis Onkel war, Bilit vernichtet...und Ani, der seinen Geliebten retten wollte, versehentlich auch. Nach 5000 Jahren waren sie wieder erschienen....eben in Ivan und Alan. Bilit wollte Ani immer noch vernichten und hatte zu diesem Zweck Alan völlig besetzt und unter Kontrolle. Wie dem auch sei, das ganze Chaos in seinem Ausmaß hatte Leon nicht weiter interessiert, er hatte die Geschichte sowieso nie ganz begriffen....nur als gestern Abend Bilit entgültig vom wiedergeborenen Hohepriester vernichtet wurde, das hatte sich ihm ins Gedächtnis eingebrannt...auch wie Ivan sich verhalten hatte und wie unglücklich Sian war, der anscheinend beide Männer geliebt hatte, von denen einer jetzt tot war und der andere fortgehen würde.
Der ganze Zirkel war ein Witz...von wegen Zusammenhalt und gemeinsame Entscheidungen......was Ivan wollte, wurde getan. Irgendwie schaffte es dieser blonde Egomane immer, seinen Willen durchzusetzen...der einzige, der das unterbinden konnte, war sein Freund Duncan und den beneidete Leon nun wirklich nicht.
"Keith....mo Duinne....lass uns weggehen. Ich will nicht mehr bleiben, ich will das alles vergessen. Lass uns zurück nach Hause gehen..Irland, Schottland....ist egal. Nur weg..." meinte der Schwarzhaarige leise, als er merkte, das Keith eingetreten war.
Der Angesprochene nickte, schlang die Arme um Leon. "Es reicht, finde ich", murmelte er. "Es hält mich hier nichts. Lass uns unser eigenes Zuhause aufbauen. Wenn Alex will, kann er uns jederzeit besuchen, ich werde ihm das auch nochmal sagen, aber du hast recht. Amerika ist öde und laut und ich will hier nur weg!"
"Alex kann jederzeit kommen." bestätigte Leon, der sich in die Umarmung seines Freundes schmiegte. "So lange nicht irgend ein anderer auf die Idee kommt, uns zu besuchen..." Die Gedanken des Schwarzhaarigen kreisten um einen gewissen Blonden und das musste er sich nun wirklich nicht antun.
"Quatsch... Der Einzige, der unsere Adresse bekommt, ist Alex." Keith knabberte an Leons Hals, lächelte ihn an. "Ich kanns kaum erwarten, hier wegzukommen..."
"Gut...." grinste Leon und seufzte zufrieden, legte den Kopf in den Nacken, um Keith mehr Platz zu machen. "Dann sollten wir Pläne machen....wohin wir gehen und wann....und was wir mitnehmen...in Ordnung?"
"Ja.. Ich wäre dafür, dass wir wirklich nach Schottland oder Irland fahren. Deinen Hund könnten wir dann auf jeden Fall bei uns wohnen haben. Und wir hätten eine schöne kleine Wohnung, nur für uns alleine..." Der Ire lächelte, küsste Leons Hals weiter.
"Und deine Ratten....." setzte Leon hinzu und schloß die Augen, streichelte Keith durchs Haar. "Mir ist es egal, ob Irland oder Schottland......Hauptsache, wir sind zusammen. Wo, darfst du entscheiden, mo Duinne..."
"Dann lass uns nach Schottland gehen. Da ist das Haus deiner Großeltern, da ist deine Heimat und ich würde sie gerne kennenlernen..."
"Gut.....fahren wir nach Schottland. Ich werde gleich meine Großeltern anrufen, sie werden begeistert sein....als sie vor ein paar Wochen hier waren, gefiel es ihnen absolut nicht....sie mögen die Staaten nicht besonders." Leon erhob sich, küsste Keith liebevoll und ging ans Telefon.
Als er nach einer Stunde wieder kam, war sein Ohr heiß und er grinste. "Oma wird sich nach einem kleinen haus für uns umsehen.......Opa alles andere organisieren. Und bis es soweit ist, können wir bei ihnen wohnen, allerdings nur vorrübergehend. Wie meinte Oma....so ein junges Paar will schließlich allein sein und nicht immer alte Knacker um sich rumhaben." Leon lachte leise. "Du hast sie schwer beeindruckt, mo Duinne."
Die folgenden zwei Wochen waren sie beschäftigt, alles zu regeln und sie verließen die Staaten in der dritten Woche, ohne ihnen und Salem eine Träne nach zu weinen.
Die ersten Wochen in Schottland verbrachten Leon und Keith damit, sich die Gegend anzusehen...der Schwarzhaarige wollte seinem Freund alles zeigen........und dann zogen sie in ein kleines Haus in der nächstgrößeren Stadt.
Beide machten eine Ausbildung, wobei sie von Leons Großeltern unterstützt wurden und nach zwei Jahren gingen sie jeder einem Beruf nach und lebten nach wie vor in dem Haus.....wo sie sich richtig glücklich fühlten, bis eines Tages...........
Als Leon nach Hause kam, stand Keith gerade am Telefon. Der Ire schien ihn nicht zu hören, denn er lauschte angestrengt in den Telefonhörer. "Blond sagst du? Und blaue Augen? Wahnsinn....den muß ich unbedingt bald kennenlernen!- Ja, ich komm dann vorbei und schau ihn mir in Live an!- Ja, ich freu mich! ich liebe dich auch! Bis dann!" Damit legte er auf, ein breites grinsen auf seinen Lippen.
Leon blieb stehen, als wäre er vor eine wand gelaufen und sah Keith an....wie war das gerade? Blond, blaue Augen.....und war das am Schluß ein Ich liebe dich auch gewesen? In dem Schotten rumorte es, irgendwie schien sich sein Magen gerade auf Sandkorngröße zusammen zu ziehen. "Hi" meinte er dann nur unbeteiligt und lief an dem Iren vorbei,ohne ihn weiter zu beachten.
"Hi!" Keith sah ihn überrascht an, dackelte dann hinter ihm her. "Ich muss dir unbedingt was erzählen, bleib mal stehen."
"Ja?" Leon gab sich völlig desinteressiert und lief weiter, in Richtung Küche. Er hatte das Gefühl, erst mal einen Tee vertragen zu können. "Scheint ja ein interessantes Telefongespräch gewesen zu sein."
"Ja, wars auch, aber wie soll ich dir das erzählen, wenn du immer weiterläufst? Was ist eigentlich los, du siehst aus, als ginge es dir nicht gut?" keith musterte Leon besorgt.
Leon setzte Teewasser auf und drehte sich um, um Keith anzusehen. "Wieso sollte es mirschlecht gehen? Ich komme gerne nach Hause zu meinem Freund und höre ihn am Telefob säuseln und von blonden blauäugigen Typen schwärmen."
Der Schwarzghaarige traute seinen Augen und Ohren nicht, statt dass Keith zusammenzuckte oder irgendwie schuldbewusst wirkte, fing er an zu lachen. "leon, ich kann dir das erklären" meinte er, als er sich halbwegs wieder beruhigt hatte.
"Da bin ich aber mal gespannt." leon lehnte sich an die Arbeitsplatte und verschränkte die Arme vor seiner Brust. Der Knoten in seinem Magen hatte sich noch nicht verflüchtigt, es war immer noch mehr als ein unangenehmes Ziehen.
"Es ist ganz einfach. Das am telefon war meine Mutter. Und dieser komische blonde Typ." er begann wieder zu strahlen, "ist mein Brüderchen, das ich seit gestern habe."
Leon sah Keith mit offenem Mund an: "Wie? Einen Bruder? Und das erzählst du mir erst jetzt? Ich dachte, deine Mutter hat noch mindestens vier Wochen....oder noch mehr" der Schotte war verwirrt, aber auch gleichzeitig erleichtert. "Ich dachte schon sonst was.." murmelte er.
Keith kam zu ihm, umarmte ihn. "Sie hatte seit drei tagen Wehen....der Arzt hat sich wohl mit dem Geburtstermin vertan oder sie wollte uns nicht beunruhigen und hat uns nen falsches Datum genannt oder so. Ich weiß es nicht. Auf jeden fall ist er seit gestern Abend auf der Welt. Ich freu mich so!" Er küsste Leons Hals.
Leon schlang seine Arme um Keith und hob ihn leicht hoch, drehte sich mit ihm. "Das ist ja phantastisch......du hast ein Brüderchen und ich einen schwager.....mehr oder weniger. Ich freu mich so für dich.....und füpr mich auch." der Schotte grinste, das beklemmende Gefühl war verschwunden. "Tut mir leid, wenn ich erst so blöd war..." meinte er dann leicht verlegen.
"Schon in Ordnung.. Aber mal im Ernst, hast du echt geglaubt, dass ich fremdgehe?" Keith musterte ihn eindringlich.
"Öhm..." Leon druckste etwas herum. "Na,ja, fremdgehen vielleicht nicht.....aber du könntest dich ja anderweitig verknallt haben. Und ich bin so tierisch eifersüchtig, wenn ich nicht im MIttelpunkt deiner Überlegungen stehe." gab er dann verlegen und mit ziemlich roten Ohren zu.
Keith lachte leise, strubbelte Leon durch die Haare. "Hey... Ich lass dich nicht mehr weg, schon vergessen? Und nimm dir nächsten Freitag nichts vor. Da ist unser Achtmonatiges und ich würde dich gern zum Essen einladen."
Leon sah Keith an und grinste. "Ich nehm mir doch nichts vor, ohne dich vorher gehört zu haben....aber du klaust mir meine Ideen. Ich wollte doch dich zu Essen einladen.....und danach mit dir ausgehen." Er zog den Iren an sich und küsste ihn liebevoll. "Ich lass dich auch nicht mehr weg.....auf keinen Fall."
Keith lächelte, schmiegte sich an Leon. "Weißt du was? Ich hab gehört, dass eine neue Gay-Disko eröffnet hat.. Wollen wir dahin gehen? Ich meine, da fallen wir wenigstens nicht so auf und können tanzen, wie wir wollen..."
Leon sah Keith an und grinste: "Weißt du, da bringst du mich echt in einen Zwiespalt. Einerseits tue ich nichts lieber, als mit dir angeben und tanzen....und das geht nun mal am besten in so einer Disco. Und andererseits werde ich durchdrehen, wenn dich einer anbaggert...und das passiert eben auch nur in so einer Disco."