Der Arzt verdrehte genervt die Augen. „Oh nein ein Möchtegern Tierschützer, murmelte er leise. „Ja unter anderem, hinzukommt aber noch, dass seine Mutter schon ein zierliches Persönchen war und Taryn kommt ganz nach ihr, fügte er lauter hinzu. „Aber jetzt sollte sich der Junge erstmal ausruhen. Der alte Mann rief nach einem Bediensteten und ordnete diesem an, Taryn in sein Zimmer zu bringen.
"Kein Möchtegern.....ich zieh durch, was ich mir vorgenommen habe" Thorben schnaubte beleidigt und sah den Arzt wütend an. "Armer Kerl....lebt in einem goldenen Käfig." murmelte er dann und sah Taryn an, sein Blick wurde weich und mitleidig. Der Blonde trat eine Schritt auf den Jüngeren zu. "Ich geh dann mal wieder......vielleicht treffen wir uns ja irgendwann." murmelte er mit einem Lächeln und drehte sich um, um zur Tür zu gehen.
„Warten sie, rief der Arzt dem anderen nach. „Wollen sie nicht warten bis der Hausherr nach Hause kommt? Ich bin sicher er wird sich bei ihnen, für die kleine Rettung seines Sohnes, noch bedanken wollen.
"Das bezweifle ich sehr.....ich hatte schon öfters kleine Auseinandersetzungen mit dem Professor und ich glaube eher, das er die Polizei ruft..." Thorben grinste etwas schief und verließ das Haus.......überlegte und stellte sich dann wieder mit seinem Schild vor das Tor...wanderte dort auf und ab.
Langsam schlug Taryn die Augen auf und schaute sich verwirrt um. Neben seinem Bett saß ein Dienstmädchen und las ein Buch. Als sie merkte, dass er wach war, legte sie es beiseite und beugte sich über ihn. „Na bist du wieder wach?, sie lächelte mitfühlend. „Du hattest wieder einen Anfall. Möchtest du was trinken? Müde nickte er.
Thorben stand noch eine ganze Weile vor dem Tor der Villa, als es plötzlich wie aus Eimern zu schütten begann. Er fluchte leise vor sich hin, besah sich sein Pappschild, das im Begriff war, sich aufzulösen und beschloß, die Aktion für heute abzubrechen. Man konnte sowas ja immer mal wieder machen und wenn der Professor nicht zu Hause war, machte es sowieso nur halb soviel Spaß. Thorben packte also zusammen und fuhr zurück nach Hause, besuchte dann am Nachmittag eine Vorlesung und redete mit ein paar anderen Kommilitonen, die ihn auf die Idee brachten, doch einmal im Labor des Profs einzusteigen.....sich dort umzusehen und eventuell sogar eine Befreiungsaktion der Labortiere zu starte. Thorben war begeistert.....das war etwas nach seinem Geschmack und er beschloß, es am gleichen Abend in die Tat umzusetzen.
„Vater!, glücklich umarmte Taryn den großen Mann. „Hallo Taryn, tut mir leid, dass ich Heute wieder erst so spät nach Hause komme aber es ließ sich nicht vermeiden, Prof. Ludwig strich seinem Sohn zärtlich übers Haar, dabei glänzten seine Augen voller Liebe. „Das macht nichts, jetzt bist du ja da, zufrieden schmiegte Taryn sein Gesicht an die breite Brust seines Vaters. „Wir können ja nach dem Abendessen Karten oder Mensch ärger dich nicht spielen, schlug er vor. Prof. Ludwigs Augen verdüsterten sich. „Taryn ich muss heute Abend noch mal weg, es tut mir leid. „Immer sagst du nur es tut dir leid, enttäuscht löste sich Taryn von seinem Vater und schaute betrübt zu Boden, mühsam versuchte er seine Tränen zu unterdrücken. „Aber du kannst nichts dafür, ist ja dein Job.
Thorben stand vor dem Spiegel und überprüfte seine Kleidung....es war kurz vor Elf Uhr nachts und er hatte sich komplett schwarz angezogen.....immerhin wollte er ins Labor einsteigen und wenn man ihn erwischte, war das kein Kavalliersdelikt. Er grinste.....das Risiko wars wert und wenn sich der Prof drüber aufregte, sowieso. Keiner merkte etwas, als sich der Blonde aus dem Haus schlich.......seine Eltern waren schon zu Bett gegangen und die Hunde lagen höchstwahrscheinlich vor ihrem Bett und pennten......wie es sich für "Wachhunde" gehörte. Thor fuhr mit seinem Auto in eine Seitengasse und parkte...ums Eck herum war die Rückfront des Labors...und ein Fenster, von dem er hoffte, das er da einsteigen konnte. Er schlich sich hin und hatte das Glück des Dummen.....er konnte tatsächlich einsteigen. Innen blieb Thorben erst einmal stehen und versuchte, sich zu orientieren...der Gang war nur schwach beleuchtet, aber er war beleuchtet....und das gab dem Blonden zu denken. Sollte etwa noch jemand in dem Gebäude sein? Als er Stimmen hörte, zuckte er zusammen und fluchte in Gedanken leise vor sich hin......trotzdem packte ihn die Neugierde und er schlich näher, um zu hören, was sie sagten.
„Ich weiß einfach nicht was ich noch tun kann, Prof. Ludwigs Stimme war verzweifelt als er zu seinem Assistenten sprach. „Ist es denn wieder schlimmer geworden, fragte der andere. „Ja, der Professor seufzte verzweifelt. „Kopf hoch Professor, versuchte der Assistenten Trost zu spenden. „Wenn das Labor erstmal wieder vollständig fertig ist, wird es bestimmt nicht lange dauern, bis sie Fortschritte in Sachen Medizin machen werden. Es wird sich bestimmt was finden lassen, was ihrem Sohn helfen wird, da bin ich mir sicher. „Ich hoffe es, ich hoffe es, war alles was Prof. Ludwig dazu sagte.
Thorben hatte sich an die Wand gedrückt und lauschte aufmerksam....Taryn? Sie sprachen von Taryn? Der Blonde seufzte in gedanken...der Kleine schien ja noich schlimmer dran zu sein, als er gedacht hatte. Nicht nur, das er im goldenen Käfig lebte, jetzt wusste Thor auch, warum er aus diesem nicht herauskam. Langsam zog er sich zurück, verließ das Labor so, wie er hineingekommen war....auf Befreiungsaktionen hatte er im Moment keine Lust mehr...und keinen Nerv. Zurück zu hause, schmiß er sich ins Bett udn lag noch lange wach, nahm sich vor, Taryn einfach am nächsten tag zu besuchen.
Am nächsten Morgen saß Taryn wieder lustlos in der Küche, eine große Tasse vor sich, mit Kakao ähnlichem Inhalt gefühlt. Sein Arzt hatte Gestern festgestellt, dass er wieder abgenommen hatte. Nun litt er wieder an Untergewicht und musste ein Ernährungszusatz trinken. Angewidert verzog Taryn das Gesicht, nahm seinen ganzen Mut zusammen und trank das dickflüssige Getränk in großen Schlucken aus.
Thorben saß beim Frühstück und tat so, als würde er die missbilligenden Blicke seiner Mutter nicht sehen, als er Putenbrust an die Katzen verteilte, die aufgereiht neben ihm auf der Eckbank saßen. Da er heute keine Vorlesung hatte, ließ er es langsam angehen, winkte seiner Mutter hinterher, die sich nach einer Viertelstunde von ihm verabschiedete. Sein vater war schon seit einer Stunde in der Praxis. Thorben sah auf die Uhr, rechnete und lächelte dann.....der Prof würde jetzt wohl im Labor sein, also eine günstige gelegenheit, Taryn zu besuchen. "ich werde jetzt gehen..." sagte er zu den Katzen , nachdem er den Tisch abgeräumt und das Geschirr in die Maschine gestellt hatte. "Das mir keine Klagen kommen....also keine lauten patrys, während ich weg bin." Der Blonde lachte leise, ging nach draußen und stieg in sein Auto, fuhr zur Villa das Profs und klingelte.
Nach dem Essen wusste Taryn nicht was er machen sollte. Also verzog er sich für kurze Zeit ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher an. Er fragte sich wer der Typ von Gestern war und ob er wiederkommen würde. In Gedanken schimpfte er sich einen Narren, sich solche Hoffnungen zu machen. Er hatte noch nie Freunde gehabt und dann sollte ausgerechnet ein Typ, den er kaum kannte, nur einmal gesehnen hatte mit ihm Freundschaft schließen wollen. Wie albern
Thorben pfiff fröhlich vor sich hin und klingelte nochmals. Als der Türdrücker getätigt wurde, lief er durch den garten, nur um an der Haustüre von einem Bediensteten aufgehalten zu werde4n, der ihn fragte, wo er denn hin wolle. "Ich möchte gern zu Taryn...ich hab in gstern ins Haus gebracht, nachdem er zusammen gebrochen ist....erinnern sie sich? Ich will nur wissen, wie es ihm geht."
Der Bedienstete war sehr überrascht, denn eigentlich interessierte sich nie jemand sonderlich viel für Taryn. Der konnte mit anderen jungen Menschen eben nicht viel unternehmen. Der Mann ließ Thorben höfflich eintreten und führte ihn nach oben, in Taryns Zimmer.
Thorben folgte dem Diener und sah sich dabei immer wieder neugierig um...Geld war vorhanden, das konnte man sehen. "Hi..." platzte der Blonde dann auch gleich heraus, als er in Taryns Zimmer stand. "Ich wollte nur mal sehen, wie es dir geht...."
„Oh, konnte Taryn nur überrascht von dem Besuch, hervorbringen. Der Bedienstete verzog sich gleich darauf manierlich und ließ die Beiden alleine. „Oh wiederholte Taryn noch einmal, verwirrt weil er nicht wusste was er jetzt sagen konnte, ohne den anderen wieder zu verjagen. Er war es einfach nicht gewohnt Besuch zu empfangen. „Setz dich doch, bot er deswegen verlegen an.
"Danke..." Thorben ließ sich mit einem Lächeln auf den Sessel fallen, der gegenüber von Taryns Bett stand. "Du kriegst nicht sehr oft Besuch, hm? Ich meine, weil du so schüchtern bist.." Der Blonde sah den Jüngeren aufmerksam an. "Wie gehts dir heute?"
Taryn wurde rot und senkte den Kopf. „Nein, nicht sehr oft… eigentlich gar nicht, murmelte er. „Und ja es geht mir besser, danke, er überlegte was sie jetzt machen konnten. Sein krankes Herz schlug schnell und er war total aufgekratzt, als ihm klar wurde, dass ihnen jede Möglichkeit offen stand. Taryn war ganz aus dem Häuschen und konnte es nicht mal verbergen. „Wollen wir etwas spielen? Ich hab sehr viele Videospiele. Die neusten, erzählte er nicht ohne stolz. „Oder wir schauen uns einen Film an. Ich habe die Meisten auf DVD.
"Was du willst...ich mag beides..." Thorben lachte leise über Taryns Eifer. "Wir können uns dabei ja nebenbei unterhalten.......wenn du Lust hast. Ich hab Zeit, ich habe heute keine Vorlesung."