Maximilian zog sich aus ihm zurück, ließ sich hinten auf seinen Stuhl fallen und schloss die Augen. "Ja, das war es...." murmelte er leise. Kurz drauf öffnete er die Augen wieder, er betrachtete Kilian und fing unvermittelt an, leise zu lachen. "Ich bin sehr froh, das wir die einzigen Bewohner dieser WG sind.....sonst wäre es peinlich geworden. Und außerdem....die Tischdecke muss dringend in die Wäsche." Max beugte sich etwas vor, griff nach Kilian und zog ihn auf seinen Schoß. "Mein Hübscher...." flüsterte er leise und küsste ihn sanft.
Kilian erwiderte den Kuss und lehnte seine Stirn erschöpft gegen Max´ Schulter. Langsam begann der Schmerz sich durch die abklingende Erregung bemerkbar zu machen. Sie brannte und zwickte leicht, aber er sagte nichts...ja, er hatte recht, Narben blieben...für immer.
Max kraulte Kilians Nacken und erhob sich zusammen mit ihm. Vorsichtig setzte er ihn auf den Stuhl, fischte nach seiner Boxer und zog sie an. "Warte einen Moment.." Max lächelte und verschwand im Bad, kam bald darauf mit der Salbe zurück und strich sie vorsichtig auf Kilians Wunde. "Heilt dann schneller und tut nicht mehr so weh..." Er schmiss die Tube auf den Tisch, zog ihn vom Stuhl hoch, ließ sich selbst darauf nieder und nahm ihn erneut auf den Schoß. Nach einem Kuss auf die Stirn sah Max Kilian an und lächelte: "Wie siehts aus? Bist du bereit für eine neue Märchenstunde?"
Kilian lächelte: "Sehr gern,...wenn du mich hinüber trägst?" fragte er liebenswürdig und sah ihn mit großen Hundeaugen an. "Was willst du mir denn vorlesen?"
Max grinste, stand auf und trug Kilian hinüber ins Wohnzimmer. Dort ließ er ihn in den Sessel gleiten, nahm eine Decke von der Couch und wickelte sie um ihn. "Heute ist Anderssen dran......und seine kleine Meerjungfrau. Ich komme sofort wieder, mein Hübscher, ich hole nur das Buch.." Er küsste ihn sanft und verschwand, um das Buch zu holen. Als er wiederkam, setzte er sich auf die Couch und sah ihn an: "Bereit für was fürchterlich trauriges?"
"Traurig?" Kilian sah ihn verständnislos an "Ich denke Märchen sind für Kinder,....dürfen Märchen denn traurig sein?" aber er nickte dann. "Lies bitte." und lächelte.
"Märchen sind für Kinder...aber dieses gehört wohl eher zu der Gattung 'warnende Ermahnung für Erwachsene'. Es gibt viele Märchen, die so sind...obwohl ich sie eher als Sagen bezeichnen würde." Max sah ihn an und lächelte. Dann begann er vorzulesen, er tat es mit Begeisterung und modellierte Gefühle und Personen mit seiner Stimme. Als er geendet hatte, klappte er das Buch zu, griff nach einer Zigarette und zündete sie an. Max betrachtete Kilian durch den blauen Dunst aufmerksam, wollte wissen, wie die Geschichte auf ihn gewirkt hatte.
Kilian sah auf den Boden und lauschte aufmerksam, wurde immer stiller. "Das ist wirklich traurig, sie leidet, nimmt alle Qualen auf sich um zu ihm zu kommen, und er nimmt eine andere. Warum sind Menschen so oberflächlich?" fragte er leise und sah ihn an.
Max zog an seiner Zigarette: "Ich weiß es nicht.....vielleicht aus Angst oder Gleichgültigkeit. Vielleicht auch materielles Denken....nach dem Motto, Hauptsache, ich habe einen Vorteil davon, es ist mir scheißegal, wenn andere darunter leiden, so lange ich es nicht bin." Er drückte seine Kippe aus, zog die Beine auf die Couch und schlang seine Arme darum. Max stützte sein Kinn auf seine Knie. "Derjenige der mehr liebt als der andere wird immer im Nachteil sein...er wird leiden."
"Mit Liebe hat das nicht viel zu tun, aber ich gebe dir Recht." meinte er leise und schwieg. Nach einer Weile hob er den Kopf: "Und nun? Was machen wir jetzt?"
Max hörte ihm schweigend zu und nickte dann. Dazu gab es nichts mehr zu sagen. Als er Kilians Frage hörte, lächelte er. "Was möchtest du denn machen, mein Hübscher? Hast du irgendeine Idee? Ich könnte dir noch etwas vorlesen, wenn du willst...."
"Ich weiß nicht...irgendwie, ich hab keine Ahnung." er lächelte und legte sich der Länge nach über den Sessel. "Worauf hast du denn Lust?"
"Ich?" Max sah ihn an und grinste leicht. "Ich möchte am liebsten wieder ins Bett....mit dir. Ein bisschen kuscheln, ein bisschen vögeln.....und dann Mittagessen. Oder aber wir schwingen uns auf meine Maschine und fahren durch die Gegend...lassen uns den Wind um die Nase wehen. Das sind im Moment gerade meine Vorstellungen von einem gemütlichen Tag...."
Kilian lächelte in sich rein und nickte dann: "Lass uns ins Bett gehen." lächelte er, erhob sich und streckte ihm die Hand hin.
Max stand auf, ergriff die Hand von Kilian und wirbelte ihn zu sich herum, schlang seine Arme um ihn und hob ihn hoch. Er trug ihn in seine Zimmer, legte ihn auf dem Bett ab und ließ die Jalousien runter, um das Sonnenlicht zu dämpfen. Dann schlüpfte er neben ihn, küsste ihn und zog ihn zu sich heran. Max seufzte wohlig, schloss die Augen und streichelte mit den Fingerspitzen Kilians Oberarm.
Kilian schmiegte sich wärmesuchend an ihn und hätte fast geweint, aber nur fast...es war so schön, zu schön um jemals wieder darauf verzichten zu können. "Ich würde auch gern so schön lesen können wie du." murmelte er nach einer Weile.
"Das kannst du bestimmt....du musst nur üben. Lautes Lesen ist eine Frage der Übung. Ich habe es mir auch erst antrainieren müssen. Paradoxerweise werde ich nie Kinder haben, denen ich vorlesen kann." Max zog Kilian so dicht zu sich heran, wie es möglich war, er genoss seinen Geruch, seine Nähe, vergrub die Nase in seinem Haar.
"Übung..." murmelte Kilian, döste vor sich hin. "Hm, Maximilian? Gibt es etwas was du schon immer mal ausprobieren wolltest?" fragte er nach einer Weile.
"Hm.....meinst du in sexueller Hinsicht? Alles, was ich mir irgendwann mal vorgestellt habe, habe ich auch probiert....die ganze Master Servant Sache, mit Fesseln, Peitschen und so weiter...Rollenspiele." Er küsste Kilian aufs Ohr. "Warum fragst du denn, mein Hübscher? Gibt es denn etwas, das du gern mal machen würdest?"
"Ich? Nein, glaub mir ich hab schon alles durch...nein, davon sprach ich nicht mal unbedingt. Nein ich meinte allgemein." meinte er leise.
Max öffnete die Augen und sah über Kilians Kopf hinweg an die Wand. "Ich würde für mein Leben gerne einmal Fallschirmspringen......und ich will eine richtige Beziehung führen.....zusammen leben, zusammen schlafen, einfach im Alltag zusammen sein...aber das hat wohl nichts mit ausprobieren zu tun."
Hm...das klingt schön." murmelte Kilian "Aber eine richtige Beziehung, das hast du doch schon gehabt." meinte er leise, hob den Kopf und sah ihn an.
"Jein......ich habe Ricco zwar sehr geliebt und viel Zeit mit ihm verbracht, aber wir haben nicht zusammen gelebt...wenn du verstehst was ich meine. Zusammen leben heißt für mich, zusammen seine Träume zu verwirklichen, aufeinander einzugehen. Ricco hat mich geliebt....auf seine Weise.....aber anders als ich." Max sah Kilian an und lächelte. "Ist schwierig zu erklären....."
„Allerdings..." Kilian zog die Brauen zusammen und bettete seinen Kopf zurück auf Max´ Brust, fuhr mit dem Zeigefinger über die festen, warme Wölbung seines muskulösen Oberkörpers.
Max legte den Kopf zurück und schloss die Augen, räkelte sich wohlig unter der Berührung. Er versenkte seine Hand in Kilians Haar, spielten mit ihnen, kraulte seinen Nacken. Langsam ließ er seine Finger nach unten wandern, strich die Wirbelsäule entlang, über seinen Po und blieb darauf liegen
Vorwitzig ließ Kilian seine Zungenspitze hervorschnellen um mit einer Brustwarze zu spielen, sie zu necken, während sein Zeigefinger kleine Kreise um seinen Bauchnabel zog.
Ein leises Stöhnen entwich Max und seine Brustwarzen richteten sich ob der Behandlung steil auf.....das Blut begann in seinen Adern zu rauschen, strömte mit Vehemenz in seinen Unterleib und brachte sein Glied dazu, sich langsam zu erheben. Max ließ seinen Finger in Kilians Pospalte gleiten und kitzelte seinen Anus.
Kilian entzog sich Max´ Zugriff und intensivierte seine Zuwendung, knabberte an den steifen Nippeln, saugte daran...seine Fingerspitzen erforschten ausgiebig den Oberkörper von Max. Er fuhr jede Rippe nach, jede Sehne, jeden Muskel. Er saugte jede Unebenheit in sich auf, verschloss sie in seinem Gedächtnis.
Max' Stöhnen wurde lauter, er krallte seine Hände in die Bettdecke und ergab sich komplett in Kilians Zärtlichkeiten, die lustvolle Schauer über seinen Rücken jagten. Er löste eine Hand vom Laken, tastete nach ihm, vergrub sie in seinem Haar, hob sich ihm entgegen. "Das ist Wahnsinn..." keuchte er leise.
Kilian zog eine feuchte, kühle Spur quer über seine Brust, erforschte die Furchen mit seiner Zungenspitze, knabberte an seiner Schulter, seinem Schlüsselbein. Er rieb seine eigenen harten Brustwarzen an denen von Max´. Er kniete über ihm, stützte sich mit beiden Händen neben ihm ab und widmete sich seinem Thorax, solange bis er das Gefühl hatte jeden Millimeter zu kennen.
Max hatte Schweißperlen auf der Stirn, sein Atem ging schwer. Seine Erregung drückte schmerzhaft gegen seine Hose, er hatte das Gefühl, noch nie so hart gewesen zu sein. Als Kilian sich an seiner Brust rieb, stöhnte er auf......Max hatte die Augen geschlossen, seine Backenknochen mahlten......seine Hände hatte er erneut haltsuchend in die Bettdecke gekrallt.
Kilian bedeckte Max´ Hals mit gehauchten Küssen, leckte über sein Kinn...seine Lippen kannten jeden Millimeter von seinem Oberkörper, nun waren seine Hände dran. Sanft strich er den Handflächen über die breite Brust, den flachen Bauch, die gewölbten Seiten. Jeden einzelnen Knochen fuhr er nach, betrachtete ihn. Er begann Max´ Gesicht mit sanften Küssen zu bedecken während seine Hände ihre Neugier versuchten zu stillen.
Max versuchte mühsam, sich zu beherrschen. Es gelang ihm auch teilweise...seine Hände krampften sich nicht mehr so sehr in die Bettdecke und auch sein Kopf fühlte sich nicht mehr an, als würde jeden Moment zerspringen.....seine Erregung allerdings pochte ungeduldig und Max hatte die Befürchtung, es könnte in die Hose gehen...im wahrsten Sinne des Wortes. Dennoch riss er sich zusammen...er war neugierig, was Kilian wohl noch so alles machen würde.
Kilian küsste seine Lippen, schob langsam seine Zunge in seinen Mund, verwickelte deren Bewohner in ein sanftes Spiel. Seine Hände ruhten auf seinem Bauch. Ebenso sanft löste er den Kuss, leckte über seine Schläfe um von seinem Schweiß zu kosten. Er lächelte, küsste seine Nasenspitze...er erhob sich um sich seiner Boxer zu entledigen. Kilian kniete zwischen Max´ Beine, strich zart über die harte Beule, hauchte Küsse auf den Stoff. Er packte den Saum und schob sie Max´ von den Hüften, betrachtete die Erregung in voller Größe. Er knabberte an seinem Schaft, leckte über seinen Hoden, den Schaft entlang...als würde er an einem Eis lecken.
Maximilian biss sich auf die Lippe, um nicht laut zu schreien, als er Kilians Mund an seinem Glied spürte. In seinem Kopf spulte sich immer wieder der gleiche Gedanke ab.....nicht frühzeitig zu kommen, um dieses Wahnsinnsgefühl so lange wie möglich auskosten zu können. Kilian quälte ihn auf eine erregende Art und Weise und Max konnte nichts weiter tun, als ihm die Sache zu überlassen.
Kilian merkte das Max´ sichtlich mit sich kämpfte. Er drückte mit Daumen und Zeigefinger sanft am Ende seines Schaftes um würde so verhindern, das er kommen würde, bevor Kilian sein eigentliches Ziel erreicht hatte. Nun begann er weiter zu lecken, um schließlich an seiner Eichel zu knabbern. Seine Zungenspitze spielte mit der Öffnung seiner Harnröhre, kitzelte das Culum und schob dann seine Lippen, einem festen Ring bildend über seine Spitze. Sanft umkreiste seine Zunge das empfindliche Fleisch um dann, einem Schmetterling gleich, drum herum zu flattern und immer wieder mit seiner Zunge leicht, jedes Mal von einer anderen Stelle, gegen die Eichel zu klopfen.
Maximilian konnte nichts anderes mehr tun, als genussvoll zu stöhnen und sich Kilians Mund entgegen zu heben. Der leichte Druck, den er auf sein Glied ausgeübt hatte, hatte ihm geholfen, sich wieder besser beherrschen zu können. Leicht begann er, seine Hüften zu bewegen, in seinen Mund zu stoßen......er keuchte leise und tauchte völlig ein in dem Gefühl, das Kilians Zunge an seiner Eichel auslöste.
Leicht begann Kilian zu saugen, bewegte sich seiner Hüfte entgegen um sein Glied vollständig in seinen Mund aufzunehmen. Er begann seinen Kopf zu bewegen, Schlängellinien gleich, berührte Max´ Erregung somit, immer mit einer anderen Stelle seines Mundes. Mal mit seiner Zungen, mal mit seinen Zähnen...nach einer Weile öffnete er leicht den Mund und atmete die Luft oral ein, während er seinen Kopf zurückzog, kühlte Max´ Schwanz ab um ihn so zum längeren durchhalten zu bringen. an seiner Eichel lutschend, löste sich von ihm und leckte sich die Lippen. Erneut kniete er sich über ihn, spreizte seine Pobacken selbst auseinander und pfählte sich selbst. Ein heiseres Stöhnen entrang sich seiner Kehle, seine Hände lagen, Halt suchend, auf Max´ durchtrainierten Bauch.
Max biss sich auf die Unterlippe, seinen gesamten Körper überzog eine Gänsehaut. Die Lust, die er fühlte, hatte er in diesem Ausmaß noch nie erlebt. Ihm war nach Schreien, Stöhnen und Betteln gleichzeitig zumute. Kilians Zunge, seine Bewegungen, Berührungen trieben ihn langsam, aber sicher in den Wahnsinn. Er stöhnte enttäuscht, als er sich von ihm löste, um gleich darauf einen heiseren Schrei auszustoßen, als er die heiße Enge um sich herum spürte. Er umfasste Kilians Ellenbogen, um ihm Halt zu geben und sah ihn an...in seinen Augen spiegelte sich Begehren, Lust und Liebe. Er hob seine Becken und begann, langsam zu stoßen...wollte Kilian dazu animieren, sich zu bewegen.
Kilians Hände zitterten leicht, zitterten vor Erregung. Er beugte sich etwas nach vorn, atmete schwer. Er hob den Kopf, hatte die Augen geöffnet und sah Max´ durch einen Vorhang verschwitzter, dunkelgrüner Haare an und kannte den Ausdruck darin und doch nicht, denn etwas anderes befand sich darin, etwas das er nicht kannte, noch nie gesehen hatte und es jagte ihm einen Schauer über den Rücken. Er beugte sich zu ihm hinunter, küsste ihn innig und begann leicht sein Becken zu bewegen. Sein Mund löste, feucht und mit geröteten Lippen von dem Blut das durch seinen Körper rauschte, durch seinen rasenden Puls aufgepuscht. Sich mit den Händen auf Max´ Oberschenkel abstützend, bog er den Rücken durch, warf den Kopf in den Nacken und bewegte sein Becken heftiger.
Max sah ihn an, das, was er ihn ihm an Gefühlen auslöste, war unglaublich...unbeschreiblich. Er erwiderte den Kuss leidenschaftlich, sein ganzer Körper schien unter Strom zustehen....Max keuchte, als sich Kilian vom ihm löste und sich langsam bewegte. Das Keuchen wurde lauter, steigerte sich zu einem Stöhnen, das Max entwich, als er sich heftiger zu bewegen begann. Er bog den Kopf nach hinten, hob seinen Unterkörper an, um so gut wie möglich gegenzuhalten und musste sich doch ganz Kilian überlassen, der den Rhythmus vorgab, ihn vorantrieb. Mit jeder Beckenbewegung von ihm wuchs Max Lust, bis sie unerträglich, unmenschlich wurde und er mit einem heiseren Schrei zum Höhepunkt kam. Er bäumte sich auf, sein Puls raste und seine Schläfen pochten.....er ließ sich erschöpft zurücksinken, seine Hände zitterten.
Kilian ließ sich schwer auf Max´ Becken fallen, strich mit den Händen über seinen, mit einem dünnen Schweißfilm bezogenen Oberkörper, lehnte sich nach vorn, stützte sein Gewicht auf dessen Brust ab. sein Atem wurde kürzer, steiler, sein Stöhnen lauter und rauher. Immer wieder ließ er sich auf in fallen, wollte sein Glied tief in sich spüren, fühlte den aufsteigenden Erguss. Als er sich ein letztes Mal fallen ließ, stöhnte er laut auf, krallte seine Finger in Max´ Haut und ergoss sich pulsierend. Erschöpft sank er nach vorn, stützte sich ab und versuchte zu Atem zu kommen.
Maximilian griff nach Kilian und zog ihn zu sich heran. Er umfasste seinen Nacken, streichelte ihn mit dem Daumen. "Wahnsinn...." flüsterte er leise, als er wieder einigermaßen Luft bekam "So was hab ich noch nie erlebt." Max schloss die Augen, und überließ sich ganz dem Gefühl der abklingenden Erregung und dem wohlig warmen Kribbeln, das seinen ganzen Leib erfasst hatte.
Kilian konnte gar nichts sagen, dafür war er zu erschöpft. Er schmiegte sich an Max, genoss seine Zärtlichkeiten und schloss die Augen. Er lauschte dem schlagenden Herzen in Max´ Brust, küsste sie. Still lag er da, genoss die Nähe, die Wärme, den Duft...glücklich. Ja er war glücklich.
Max hob den Kopf und küsste ihn aufs Haar...tausend verschiedene Gedanken und Gefühle gingen ihm durch den Kopf und wollten raus, schrieen danach, ausgesprochen zu werden.....aber kein Ton kam über Max Lippen. Ihm fehlten die richtigen Worte, um all das auszudrücken, was er fühle. Stattdessen schlang er seine Arme um ihn und drückte ihn fest an sich.
Blindlings suchte Kilian nach der Bettdecke, griff nach ihr und zog sie über sich. Feine Gänsehaut hatte sich auf seinem verschwitzten Rücken gebildet und der kühle Luft ließ ihn frösteln. "Was magst du essen?" fragte er dann nach einer ganze Weile leise.
Max knuddelte die Decke um ihn herum und fuhr ihm durchs verschwitze Haar. "Was ich essen mag? Ich habe einen anderen Vorschlag, mein Hübscher.....du gehst unter die Dusche und ich koche. Ich würde wirklich wahnsinnig gern für dich kochen......hast du auf etwas Spezielles Appetit oder überlässt du das mir?"
Kilian begann leise zu glucksen: "Ja, dachtest du ich koche? Ich habe nur gefragt was du essen willst, das ich das dann auch mache, habe ich nicht behauptet." Er hob den Kopf und streckte ihm die Zunge heraus. Er küsste ihn frech und stand dann auf. "Ich geh erst mal duschen." er hängte sich seine Boxer über die Schulter und grinste Max´ an.
"Frecher Kerl..." Max runzelte gespielt empört die Augenbrauen, erwiderte den Kuss und wuschelte ihm durchs Haar. Dann lächelte er und setze sich auf, sah ihm nach. "Tu das, ich koche uns was." Max stand auf, zog sich Boxer und eine lockere Hose darüber an und ging in die Küche. Er durchforstete den Kühlschrank, setzte Reis auf, schnippelte Gemüse und Fleisch. Als alle Zutaten im Wok vor sich hinköchelten, setzte er sich an den Küchentisch und rauchte eine Zigarette,
Kilian duschte ausgiebig, zog seine schwarze Bondagehose mit dem Kilt an, ein Netzshirt mit engen Maschen darüber und einen schwarzen Mantel aus dünnem Stoff. Er richtete seine wirren Haare mit einer Hand, indem er hindurchfuhr und betrat dann die Küche. "Wenn du magst kannst du duschen gehen, ich mach dann hier weiter" lächelte er.
Maximilian sah auf, als Kilian die Küche betrat und schüttelte lächelnd den Kopf. "Ne, jetzt noch nicht.....ich möchte jede Minute mit dir genießen. Duschen kann ich immer noch, wenn du zur Arbeit gegangen bist, mein Hübscher." Er drückte seine Zigarette aus und erhob sich, um umzurühren. "Siehst gut aus......ich sags ja, du bist mein Hübscher." Max sah über die Schulter und lächelte Kilian an, bevor er sich wieder seinem Essen zuwandte.
Kilian lächelte ihn an und sein Herz krampfte sich zusammen. "Das ist lieb von dir." meinte er und begann den Tisch zu decken. Er schwang sich auf die Anrichte und fischte nach einer Zigarette aus Max´ Schachtel, zündete sie an und nahm einen tiefen Zug.
Max sah ihn an und runzelte leicht die Stirn. "Du rauchst.......das ist ja was völlig neues an dir. Du bist überhaupt etwas verändert.......nicht, das es mich stören würde. Ich mag es, wenn du so bist." Er drehte sich um und goss den Reis ab, öffnete die Kochbeutel und füllte ihn in eine Schüssel, die er mit Schwung auf den Tisch stellte. Der Wok folgte und Max trat vor Kilian, nahm ihm die Zigarette aus der Hand und machte einen tiefen Zug, um sie dann auszudrücken. "Wir können essen...ich hoffe, es schmeckt dir."
"Ich habe schon immer geraucht, nur habe ich es mir später wegen des Diabetes abgewöhnt, riet mir zumindest der Arzt." er zuckte die Schultern, sprang herunter und setzte sich auf seinen Stuhl, tat sich auf. "Dein Essen ist so gut." seufzte er und schob sich eine Gabel voll in den Mund.
Max setzte sich und nahm sich ebenfalls etwas zu essen, schob den ersten Bissen in den Mund und nuschelte: "Du solltest es lassen...gerade wegen deiner Diabetes. Ich sollte auch aufhören.....aber ich bin noch nicht soweit. Wenn ich der Überzeugung bin, das es sich lohnt, aufzuhören, werde ich es tun." Max nahm einen neuen Bissen und lächelte: "Freut mich, das es dir schmeckt.....ich koche gern, nur allein für mich zu kochen macht keinen Spaß."
Kilian zuckte nur die Schultern: "Ob ich an Nierenversagen, Hirnschlag, Herzstillstand, Leberkrebs sterbe oder sie mir nacheinander erst die Füße dann die Unterschenkel amputieren, da rauch ich lieber." erwiderte er ungerührt. Er hob den Kopf und lächelte: "Doch ich esse es gern, es schmeckt super....so gut hab ich noch nie gegessen."
"Du solltest nicht vom sterben reden, mein Hübscher. Der Tod ist entgültig.....und grausam für diejenigen, die zurückbleiben müssen." Max' Gabel verharrte kurz vor seinem Mund, seine Augen wurden dunkel und er sah Kilian ernst an. Dann lächelte er und schob die Gabel in den Mund. "Aus deinem Mund klingt dieses Lob gleich noch mal so schön. Also werde ich für dich kochen.....aber gib mir nicht die Schuld, wenn du zunimmst.."
"Zunehmen? Bei meinem Job sicherlich nicht, und der Diabetes macht es sowieso unmöglich." grinste er und tat sich noch etwas auf den Teller. Als er inne hielt: "Wann wirst du morgen fliegen?" fragte er leise und vermied es ihn anzusehen, stocherte mit seiner Gabel in seinem essen herum.
"Um 19.00 Uhr....." meinte Max. "Habseligkeiten hab ich nicht allzu viele, die sind schnell gepackt. Mein Motorrad wird per Schiff nachgeschickt, ich habe schon alles veranlasst. Und wann wirst du gehen?" fragend sah er ihn an, griff nach seiner Hand und drückte sie leicht.
Kilian entzog ihm sanft seine Hand und starrte auf seinen Teller: "Zwei, dann werde ich abgeholt, meine Sachen werden nachgeschickt...sind ja nicht viele." meinte er und begann zu essen. "Ist ja auch egal, lass uns über was anderes reden, ja?" fragte er mit leicht flehenden Unterton in der Stimme.
Max nickte und aß weiter, seine Gedanken überschlugen sich. < Um zwei...dann muss ich dafür sorgen, das er nicht da ist, um abgeholt werden zu können. Wir müssen uns irgendwo aufhalten, bis wir zum Flughafen können...> "Du hast recht...wir sollten über was anderes reden. Gibt es etwas, über was du gern reden möchtest?"
"Über was anderes?" fragte Kilian sarkastisch. "Erzähl mir noch etwas über Italien....über die Geschichte, Menschen von da..." er sah ihn mit funkelnden Augen vor lauter Interesse an.
"Hmm....da gibt es so viele Dinge. Italien ist ein Land mit sehr alter Kultur. Von Cäsar habe ich dir schon erzählt, auch das in seiner Zeit Gladiatorenkämpfe im Kolosseum stattfanden, deren Ausgang von Cäsar abhing. Er allein konnte über Leben und Tod entscheiden...mit einem einzigen Fingerzeig." Max schob seinen leeren Teller von sich und zündete eine Zigarette an, schubste die Schachtel dann ganz selbstverständlich zu Kilian hinüber. "Es gab noch einen Kaiser, Nero.....der ließ die Christen unbarmherzig verfolgen und den Löwen zum Fraß vorwerfen. Er ließ Rom in Brand stecken, um sein Volk aufzuhetzen, indem er den Christen die Schuld in die Schuhe schob. Als das nicht funktionierte, hat er sich selbst umgebracht...er wollte wohl seinen Häschern zuvor kommen." Max lächelte sarkastisch
"Ist auch ne Lösung...wenn auch eine sehr feige."
Kilian griff nach der Schachtel und nahm eine Zigarette heraus. "Warum ausgerechnet die Christen?" fragte er und zündete die Kippe an. "Hm, sehr grausam, was du mir so erzählst, und dieses Land liebst du so sehr?"
"Genauso gut kannst du fragen, warum die Christen einen heiligen Krieg gegen die Muslime geführt haben.....Menschen sind so. Anders Denkende, anders Lebende sind ihnen suspekt, machen ihnen Angst...also muss man sie verfolgen und umbringen, damit sie keinen Schaden anrichten können. In der ganzen Menschheitsgeschichte zieht sich das wie ein roter Faden durch. Von Toleranz gegenüber Andersdenkenden sind wir noch meilenweit entfernt." Max zog an seiner Zigarette und blies den Rauch zur Decke. "Ich liebe Italien, seine Kunst, seine Kultur, seine Menschen. Was früher war, interessiert mich nicht...entscheidend ist das jetzt."
Kilian nickte: "Ich weiß zwar nicht was Mulis sind, aber ich versteh schon." Er lächelte und goss sich etwas zu trinken ein. "Ich werd dann mal aufbrechen." meinte er mit einem Blick auf die Uhr.
"Schon? Du bist heute bald dran, mein Hübscher...." meinte Max und erhob sich, um das Geschirr abzuräumen. Er stellte es in die Spüle und meinte: "Wenn du heute Nacht zu Hause bist, kommst du dann in mein Zimmer? Ich bin sicherlich noch wach und ich muss dir etwas sagen...."
"Hm, ja...aber ich will Alexei nicht verärgern, er ist heute noch mal da." er seufzte und sah ihn dann groß an, nickte zögerlich, lächelte traurig. "Ich werd sehen, wenn ich überhaupt komme, vielleicht auch gar nicht. Aber da meine Sache noch hier sind, denke ich schon." Kilian zerriss es innerlich, er wollte Maximilian nicht anlügen, aber er konnte ihm schlecht sagen das er nie mehr kommen würde. Er biss sich auf die Unterlippe und tastete unauffällig nach der kleinen Innentasche seines Mantels. Er trank sein Glas aus und trug es zur Spüle, lächelte ihn an.
Max wandte den Kopf, um Kilian anzusehen: "Ist sicherlich besser.....so wie du das letzte Mal zugerichtet warst. Allerdings würde ich ihm dann auch mal das eine oder andere erzählen...." Er lächelte und fuhr ihm durchs Haar: "Also dann, ich warte auf dich, mein Hübscher......"
Kilian krampfte sich innerlich zusammen, er wandte den Kopf und sah lächelnd zu ihm auf. Sich auf die zehenspitzen stellend, schlang er seine Arme um seinen Hals und küsste ihn. Genießend schloss er die Augen, versuchte alle Eindrücke, seinen Geruch, seine Wärme, das Gefühl der warmen weichen Lippen, sein Geschmack, sein Körper....das alles sog Kilian in sich auf. Langsam löste er sich, lächelte ihn liebevoll an. "Mir war grad so." erklärte er. "Also dann, leb wohl und ich wünsche das du in Italien glücklich wirst." er winkte ihm lachend zu und verschwand.
Max erwiderte den Kuss, drückte Kilian fest an sich, lächelte ihn an. Er sah ihm nach und winkte zurück, fragte sich, was er wohl morgen für ein Gesicht machen würde, wenn er ihm alles sagen würde. Als die Tür ins Schloss gefallen war, drehte er sich herum, um das Geschirr zu spülen. Für einen ganz kurzen Moment hatte ihn ein eigenartiges Gefühl beschlichen.....als würde er Kilian nie mehr wiedersehen. Max schüttelte den Kopf, das hatte er sich sicher nur eingebildet....Kilian hatte gesagt, er würde wiederkommen. Er ließ das Wasser aus dem Spülbecken, ging ins Wohnzimmer, zündete sich eine Zigarette an und schaltete den Fernseher ein. Er versuchte, sich auf die Nachrichten zu konzentrieren...aber das unruhige Gefühl blieb.
Kilian blieb vor der verschlossenen Tür stehen und drehte sich herum, sah sie an, wandte sich dann ab und lief auf die Straße. Irgendwie war in seinem Innern ein befreites Gefühl, er beobachtete die Menschen auf den Straßen...und er war einer von ihnen. Er würde heute nicht zum Mortal Sin gehen, heute wäre er ein ganz normaler junger Mann. Kilian lächelte sarkastisch, normal war eigentlich relativ...den normale Menschen brachten sich nicht um. Während er an der Bushaltestelle wartete, sah er sich die unterschiedlichen Leute an. Eine alte Frau, sie hatte ihre Einkäufe auf dem Schoß; ein junger Mann, mitten zwanzig, schätzte Kilian. Er schien gerade von der Arbeit zu kommen. Sein Blick wanderte weiter, blieb auf einer Frau und ihrer Tochter hängen, dann zwei Schulmädchen...sie kicherten und tuschelten. Wie gern wäre Kilian auch so, normal...mit einer normalen Jugend, Kindheit...aber Max´ hatte Recht, er war schon viel älter als siebzehn...und er war müde, so unendlich müde. Irgendwie entlockte ihm der Gedanken bald für immer schlafen zu können, ein glückliches Gefühl. Er dachte an Max, als er sich einen Fensterplatz im Bus suchte und hinaussah. Wie es ihm wohl in Italien ergehen würde. So gern hätte er das auch gesehen, das Meer, das Coloseum, den Trevi-Brunnen. Hätte so gern die Menschen dort kennen gelernt, ihre Sprache, das Essen. Hätte so gen einmal den Sand unter seinen Füßen gespürt, das rauschen des Meeres gehört, das Salz auf seinen Lippen geschmeckt. Hätte das alles so gern mit Maximilian erlebt. Aber es wusste es besser. Träume, ja Kilian hatte auch geträumt und er hatte Recht, Träume waren Schäume. er blinzelte in die untergehende Sonne, als er an der letzten Bushaltestelle ausstieg. Er würde noch etwas laufen müssen, vielleicht vier Kilometer, vielleicht aber auch weniger. Ihm kam die Sage in den Sinn. Das Mädchen das sich aus lauter Kummer und ihrem gebrochenen Herzen im See ertränkt hatte, wie magisch zog es ihn dort hin. Er ließ sich am Ufer nieder, zog die Beine an und sah aufs Wasser. "Ich verstehe dich..." meinte er leise und genoss die Ruhe, die Stille, beobachtete wie die Sonne den Himmel orange färbte.
Fluchend stieg Alexei aus seinem Wagen aus, krachte die Tür ins Schloss. Er hatte es doch gewusst, warum hörte er niemals auf sich selbst. Kilian war sein Servant, er hatte zu gehorchen und sollte sich glücklich schätzen das er ihm so ein guter Master gewesen war. Aber nein, diese kleine Ratte musste ihn ja herausfordern. Wie besessen schlug Alexei mit der Faust gegen die Wohnungstür. "Doll,...Doll mach das du die Tür öffnest oder ich vergesse mich." schrie er wütend und machte sich darauf bereit die Tür einzutreten. Er war so geladen, dass das Holz wie Streichhölzer auseinander bersten würde.
Maximilian hatte den Fernseher wieder ausgeschaltet und war in sein Zimmer gegangen, um zu arbeiten. Nach einer Weile gab er es auf, er konnte sich einfach nicht auf das bescheuerte Manuskript konzentrieren. Er stand auf und begann, unruhig im Zimmer umher zu wandern, dieses seltsame Gefühl ließ sich einfach nicht abschütteln, ihn nicht zur Ruhe kommen. Als es an die Wohnungstür hämmerte, schrak er aus seinen Gedanken. Er ging zur Tür, riss sie auf: "Verdammt noch mal, was soll der Scheiß?" und verstummte abrupt, als er Alexei erkannte.
Alexei musterte Max mit hochgezogener Augenbraue. War das nicht der Typ der Kilian für einen ganzen Abend gebucht hatte? Er schnaubte und drängte sich an ihm vorbei, sah sich um. "Doll, komm her verdammt." fauchte er erneut und wandte sich dann an Max. "Seit wann bedient er Kunden privat?" fragte er arrogant und rümpfte die Nase.
Max Stirnader begann, gefährlich zu pochen. Was wollte dieser miese Typ hier? Seine Nackenhaare begannen, sich zu stellen und er knurrte: "Hier wird niemand privat bedient......." als ihm plötzlich mit voller Tragweite bewusst wurde, das vor ihm Alexei stand...eben jener Alexei, den Kilian unter keinen Umständen verärgern wollte und deshalb sogar früher gegangen war......und nun war er hier und suchte nach ihm? Max durchrieselte ein eiskalter Schauer, er schnappte ihn am Kragen und schmiss ihn gegen die Wand, beugte sich hinunter und funkelte ihn an. "Kilian ist nicht im Mortal Sin?" Es war mehr eine Feststellung denn eine Frage, aber Max gönnte sich die Freude, einen Grund zu haben, diesen arroganten Miesling an die Wand zu klatschen.
Alexei sah sich diesem Ausbruch vollkommen überrascht gegenüber und verlor kurz seine Fassung. Schnell hatte er sich wieder in der Gewalt, griff nach dem Handgelenk der Faust, die ihn am Kragen gepackt hatte und versuchte sie von sich zu drücken. "Das geht sie zwar überhaupt nichts an, aber sonst wäre ich wohl nicht hier." antwortete er bissig und sah ihn ungerührt an.
Max starrte ihn an, ohne seinen Griff zu lockern.....seine Gedanken überschlugen sich förmlich. Kilian war nicht zur Arbeit gegangen......er hatte gesagt, er wüsste nicht, ob er kommt, er hatte ihm Lebewohl gewünscht.......Max ächzte......nun wusste er, woher die Unruhe gekommen war. Dieselbe Unruhe hatte er verspürt, als Ricco bei seinem letzten Kunden war. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag und er ließ Alexei los. Kilian hatte vor, sich umzubringen. Max sah Alexei an, holte unvermittelt aus und schlug seine Faust in sein Gesicht. "Beten sie zu Gott, das ich ihn rechtzeitig finde......ansonsten wäre es besser, sie würden die Stadt verlassen. Wenn Kilian was passiert und ich erwische sie, werde ich sie kastrieren.....und es wird mir ein Vergnügen sein." Max ließ ihn stehen und lief in sein Zimmer, zog sich um und rannte hinunter in den Hof, um seine Maschine zu starten
Ganz kurz überlegte er.......dann fuhr er los, zu dem kleinen See.
Alexei sah nur schwarz, er rutschte an der Wand nach unten und hielt sich die Nase, deren Schmerz ihm die Tränen in die Augen trieb. Dass das warme Blut an seiner Hand von seiner gebrochenen Nase stammte, begriff er nur langsam, zu sehr war er damit beschäftigt darauf zu starren.
Kilian griff in seine Manteltasche und holte das kleine Fläschchen hervor. Er klemmte es zwischen Daumen und Zeigefinger, hielt es gegen das schwindende Licht und bewegte sie leicht. Es schimmerte in einem wunderschönen blau, so blau wie es das Meer war. Er schloss die Augen und gleichzeitig seine Hand um das kleine Behältnis. Als er sie wieder öffnete, hatte er den kleinen Korken entfernt. Kilian blinzelte, seine Sicht verschwamm...verwundert hob er seine andere Hand, strich sich über die Wangen. Tränen? Erstaunt betrachtete er die salzige feuchte Spur. <Kilian mit dir geht es wirklich zu ende...> dachte er nur und musste unwillkürlich lächeln. Die dunkle Flüssigkeit war bitter und seine Zunge fühlte sich pelzig an, und seine kehle brannte, wie nach seinem ersten Schnaps. Er jappste nach Luft, versuchte das widerliche Brennen zu mildern. Kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn und seine Händen begannen leicht zu zittern, das Fläschchen fiel ihm aus der Hand und er kippte zur Seite. Kilian fühlte sich wie bei einem Schüttelfrost, unfähig das Zittern seines Körpers zu unterdrücken. <Es wirkt schnell...> dachte er und schloss die Augen. Louie hatte Wort gehalten, Kilian würde nicht allzu sehr leiden. Das Gift war konzentriert und stark, sein kranker Körper hatte kaum etwas entgegenzusetzen. Die Arme an die Brust gezogen, ging sein Atem schwer und stoßweise. Sein Inneres brannte wie Feuer, das ihn versengte, von innen seine Organe zerfraß. Aber das alles war besser als wieder in sein altes Leben zurückzukehren, nicht nachdem er das alles kennen gelernt hatte. Das es Zärtlichkeit gab, das er so etwas wie Liebe empfinden konnte, all das was er in dieser kurzen Zeit durch Maximilian kennen gelernt hatte.
Max fuhr wie ein Henker, achtete weder auf Verkehrsregeln noch sonstigen Blödsinn und hoffte inständigst, das er sich nicht irrte mit dem See, das er noch rechtzeitig kam. Warum...warum machte er das? Max hatte doch gesagt, er würde ihm helfen....hatte er ihm nicht geglaubt? Er verfluchte sich für seine Dummheit, er hätte im sagen sollen, das er ihn mitnehmen würde. Nach einer für Max schier endlos langen Fahrt hatte er endlich den Waldweg erreicht, er preschte entlang, parkte die Maschine, schmiss seinen Helm achtlos daneben und lief los, lauthals Kilians Namen rufend. Kaum war er aus dem Schatten der Bäume heraus und hatte sich verzweifelt umgesehen, als er ihn liegen sah. Er rannte hin, schmiss sich neben ihm auf die Knie und zog ihn zu sich heran. "Kilian....Kilian, mein Hübscher.......bleib liegen........ich rufe den Notarzt....was machst du für Blödsinn..."
Er zog ihn noch dichter an sich heran, bemerkte das Zittern und wie verkrampft er war, wollte es aber nicht wahrhaben.....redete auf ihn ein. "Ich will dich doch mitnehmen.....ich habe sogar schon dein Flugticket...wir hauen ab, nur wir beide..." Max konnte nicht mehr weitersprechen, er schluchzte heftig.
Gedämpfte Laute, jemand sprach mit ihm...war er schon tot? Schwerfällig öffnete er die Augen, sah Max mit grauen Augen an, erkannte nur Schemen, das gift hatte seine Sehnerven bereits angegriffen. Er hob langsam eine Hand, berührte zitternd die Wange von ihm, zuckte zurück. Er war nicht tot und er halluzinierte nicht, er war es wirklich. "Max..." krächzte er leise "...ich..." seine Stimme war kratzig und fast unhörbar. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr, seine Nerven waren überreizt, teilweise traten erste Lähmungen ein. Stoßweise und hörbar waren seine Atemzüge. "Ich..." setzte er erneut an.
Max griff nach seiner Hand, drückte sie. Mühsam unterdrückte er sein Schluchzen, nur die Tränen wollten nicht versiegen, liefen weiterhin lautlos über seine Wange. "Psst.....streng dich nicht so sehr an....." Er führte die Hand an seine Lippen und küsste sie, mit Erschrecken stellte er fest, wie kalt sie war....Kilian atmete stoßweise, er war blass......Max zog die andere Hand, die bereits nach dem Handy gegriffen hatte, wieder zurück und legte sie stattdessen auf Kilians Wange. Kein Notarzt der Welt wäre rechtzeitig da......das wäre Utopie und Max hatte es erkannt. "Erinnerst du dich? Ich wollte dir was sagen, wenn du nach Hause kommst......" flüsterte er leise, streckte sich neben ihm aus und zog ihn zu sich heran, bettete seinen Kopf auf seine Brust......streichelte sein Haar. "Hier ist es fast wie zu Hause....du liegst so neben mir wie sonst auch, wenn wir zusammen in einem Bett geschlafen haben.....also kann ich es dir auch sagen.....ich liebe dich, Kilian.....ich liebe dich."
Kilian schluckte, insofern er das vermochte. Er hatte ihm noch so viel sagen wollen, aber es ging nicht...ihm fehlte die Zeit. Fast meinte er es fühlen zu können, konnte mitzählen...ein Herzschlag, noch zwei Herzschläge. Er hörte eine Uhr...tick-tack, tick-tack, ihr Klang war so beruhigend, genauso wie der Duft, der ihn wie ein Schutzschild umgab, der ihn sanft bettete, der Duft, den er so liebte. Erneut schloss er die Augen, spürte die vereinzelten Zuckungen seiner willenlosen Gliedmaßen, bald würde das Feuer verlöschen, die Flamme wurde stetig kleiner. "Ich...liebe...dich." gehaucht waren sie, fast tonlos. Ein letztes Mal drückte Kilians Finger die von Max, nur schwach, Kilian wusste nicht mal ob seine Finger sich überhaupt bewegt hatten...er fühlte nur noch diese gnädige Stille, diese wohlige Wärme,...es war so wunderschön, so wunderbar ruhig und warm. Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen schlief er ein. Der leblose Körper, der unglücklich glücklich in den Armen des Mannes den er so geliebt hatte gestorben war, entspannte sich und entließ die gemarterte Seele.
Max spürte den schwachen Druck seiner Finger, hörte seine Worte und in diesem Moment brach etwas in ihm entzwei.......er streichelte Kilian unablässig, während Tränen seine Wangen hinunterliefen. Er lauschte seinen Atemzügen, sie wurden immer schwächer, seltener........und schließlich verstummten sie ganz. Der Körper in seinen Armen wurde schlaff......Max setzte sich auf, im Schneidersitz und bettete Kilians Kopf auf seinen Schoß. Er streichelte seine Wangen, schloss seine wunderschönen Augen, küsste ihn auf die Stirn.. "Mein Hübscher..." murmelte er leise, er sah völlig entspannt und friedlich aus. Max wischte sich mit dem Ärmel über die Augen, er hatte keine Tränen mehr, fühlte sich innerlich wie tot. Kilian hatte ihn geliebt....und er hatte ihn geliebt und hatte es ihm nicht gesagt. Er hasste sich für sein Zögern.......mit dieser Schuld würde er leben müssen......der Gedanke war unerträglich für ihn. Sanft bettete er Kilians Kopf auf den Boden, stand auf und telefonierte. Dann kniete er sich wieder neben ihn, seinen Kopf auf seinem Schoss. So saß er noch, als der Notarzt kam, den Tod feststellte und die ganze Maschinerie in Gang setzte. Max wurde von der Polizei befragt, er ließ es alles mit steinerner Miene über sich ergehen.....Maximilians Gefühle und Empfindungen waren mit Kilian gestorben. Kilians Leichnam wurde weggebracht, Max erhaschte einen letzten Blick auf das Gesicht, das er so geliebt hatte und fuhr nach Hause. In ihm war ein Entschluss gereift. Zu Hause angekommen, saß er in der Küche und rauchte eine Zigarette nach der anderen, er war wie betäubt....Schlafen konnte er nicht und sobald es an der Zeit war, rief er die zuständigen Stellen an und leitete alles in die Wege. Er würde Kilians Leichnam verbrennen lassen, die Urne nehmen und nach Italien fliegen......er wollte ihm das Land zeigen, das er so liebte. Den restlichen Tag verbrachte Max wie im Koma......er betäubte die schlimmsten Schmerzen mit Alkohol und fiel betrunken ins Bett, wo er unruhig schlief und von Träumen geplagt wurde. So schleppte er sich mehr schlecht als recht durch die Tage, bis Kilians Leiche freigegeben und verbrannt wurde.......er war der einzige Anwesende und nahm die Urne mit nach Hause, packte seine Tasche.....in drei Stunden würde er bereits in der Maschine sitzen. "Wir fliegen nach Italien......ich zeige dir das Meer, mein Hübscher..."
Drei Stunden später saß er in der Maschine, nach einem schier endlosen Flug landete er in Rom. Sein Bekannter hatte schon für Unterkunft gesorgt und ihm ein Motorrad gemietet. Max fuhr in sein Hotel, übernachtete dort und machte sich am nächsten Morgen auf den Weg ans Meer. Irgendwann am späten Nachmittag kam er an...an seinem Lieblingsplatz. Es war warm, aber einsam...hierher verirrte sich kaum jemand, das hatte ihn immer so an diesem Strand fasziniert. Max hielt Kilians Urne im Arm und Zwiesprache mit ihm.....leise erzählte er, vom Strand und der Umgebung, vom warmen Sand. Schließlich trat er ganz nahe an das Wasser heran, fühlte den Wind und die leichte Gischt, die Salz und Feuchtigkeit auf seinen Wangen hinterließ. Er öffnete die Urne und entließ Kilians Asche ins Meer. Er sah ihr nach, wie sie vom Wind und Wasser getragen wurde, dann brach er zusammen......er sackte in die Knie und schrie seinen ganzen Kummer, seinen ganzen Schmerz hinaus aufs Meer. Laut schluchzend saß er eine ganze Weile da......dann erhob er sich, warf die Urne ebenfalls mit einem weiten Schwung ins Wasser. "Ich liebe dich, mein Hübscher.....ich hoffe, du bist glücklich.....wo auch immer du bist." Er wandte sich um, ging den Weg zurück und stieg auf sein Motorrad. Er jagte die Küstenstraße entlang, die sehr eng war. Seine Sicht war verschwommen, er hatte immer noch Tränen in den Augen...und mit seinen Gedanken war er weit weg. So kam es, das er den Lastwagen erst sah, als es zu spät war......er riss seine Maschine noch herum, streifte ihn und wurde von der Wucht mitsamt seiner Maschine über die Böschung geschleudert. Maximilian erlebte diesen Moment wie in Zeitlupe...sein ganzes Leben zog in an ihm vorbei und er empfand eine wahnsinnige Stille...als ob die Zeit stehen geblieben war. Dann fiel er und schlug 10 Meter weiter unten auf dem felsigen Untergrund auf.
Flirrend, die Luft knisterte, sie war warm und roch blumig. Nicht salzig oder frisch, blumig, strich wie Samt über die Haut. Helles, nicht blendendes, sondern empfangendes, bettendes Licht kristallisierte sich, formte sich. Ein Gestalt, umgeben von einer goldenen, strahlenden Aura betrachtete den gebrochenen Körper. Lächelnd geht sie neben ihm in die Knie, streicht vorsichtig über seine Wange. "Es wird Zeit..." wispert sie. Leise. Liebevoll. Zärtlich. "...lass uns nach Hause gehen." Das Lichtwesen erhebt sich, streckt die Hand nach ihm aus, fordert ihn auf zuzugreifen, mit ihr zu gehen. "Komm,..." bittet sie.
Max öffnete die Augen, fühlte keine Schmerzen, nur eine wohlige Wärme, die ihn umgab und seinen Körper durchdrang. War das der Tod? Wie angenehm es war. Er hob den Kopf, er hörte eine Stimme......eine so liebevolle und zärtliche Stimme, das es ihm einen wohligen Schauer über den Rücken jagte. Er kannte diese Stimme...er hätte sie unter tausenden erkannt. "Kilian......mein Hübscher.....flüsterte er leise und ergriff die ihm dargebotene Hand, stand auf und betrachtete ihn.......er war wunderschön. "Ich habe dich wieder........ich liebe dich. Gehen wir nach Hause...." Max lächelte, er war frei und ohne Schmerzen.....und er war nicht allein.
Kilian lächelte, strich ihm eine lose Strähne aus der Stirn, schmiegte sich an ihn. Er behielt Max Hand in seiner, wandte sich seitlich und streckte den Arm aus, zeigte über den Horizont und wandte sich zu ihm. "Sie warten,...alle..." Gleißend und alabasterweiß prangte die Schwingen auf seinem Rücken, unterbrach den Kontakt zur Erde, erhob sich, höher...immer höher, der Sonne entgegen, zog Maximilian mit sich. Er küsste ihn auf die Lippen und lächelte: "Wir sind daheim."